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Formales

12. März 2017

Äußerlichkeiten im Glaubensleben

‚Äußerliches‘ steht teils zu Recht im Verruf, weniger wichtig als das ‚Innerliche‘, als das ‚Wesentliche‘ zu sein. Insbesondere in Fragen des Glaubenslebens. Und zweifellos ist REINE Äußerlichkeit, die von gar keiner inneren Aufrichtigkeit belebt wird, tatsächlich der Inbegriff von Heuchelei.

Dennoch: Wenn sich ‚Innerliches‘ überhaupt nicht in ‚Äußerlichem‘ niederschlägt, kann dieses Innerliche nicht besonders stark sein – und es kann sich vor allem so gut wie gar nicht ‚fortpflanzen‘, indem es Zeugnis nach Außen ist, das die Mitmenschen sehen lässt, was da ‚im Inneren lebt‘ und so gut, rechtschaffen und ehrenhaft ist.

Also erfüllt auch im ‚Glaubensleben‘ das äußerliche Verhalten und Gebaren einen wichtigen Zweck: Es trägt das Innerliche, Wesentliche des Glaubens, als lebendiges, tätiges Zeugnis tatsächlich (mit Betonung der wortwörtlichen Bedeutung dieses Wortes: ‚vermittels von harten Tatsachen‘) nach Außen. Es ist in diesem Sinne erst ‚die Sprache des Glaubens‘, die von anderen (insbesondere auch ‚Nicht-Gläubigen‘) verstanden wird.

Dass die innere Haltung eines Gläubigen zwangsläufig auch in handfesten TATEN ausgelebt werden muss, um nicht ein Selbstwiderspruch zu sein, werden die meisten Menschen leicht einsehen. Zu solchen ‚handfesten Taten‘ (bzw. allgemeiner: Verhaltensweisen, Charaktereigenschaften, etc.) gehören dann im Verständnis der wohl allermeisten Menschen etwa: Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft, Treue, Freundlichkeit, Selbstbeherrschtheit, und vieles mehr; an dieser Stelle sollte jedem, der sich in eigenem Brainstorming zu dem Thema versucht, vielleicht einmal, freundlich aber bestimmt, Galater 5,22-23a vorgetragen werden: ‚Die Frucht des Geistes […] ist Liebe, Freude, Friede, Langmut, Freundlichkeit, Güte, Treue, Sanftmut und Selbstbeherrschung‘.

Unbestritten sind diese Charakterlichkeiten und die hieraus zu erwartenden Taten das Gewichtigste im Alltagsleben eines Nachfolgers des Messias, eines Dieners des lebendigen Gottes. Und doch: Ab einem gewissen Punkt stellt sich die Frage, was diese Dinge denn im ganz Konkreten hier und da so alles bedeuten können. Und nun lohnt es sich, den zitierten Passus von Paulus an die Galater noch ein Stück weiter zu lesen: ‚… dem allem widerspricht das Gesetz nicht‘ (Vers 23b). Im Gegenteil: Dies alles wird durch ebendieses ‚Gesetz‘ erst im Detail ausgeführt, wie es in unterschiedlichen Situationen und Lebensbereichen angewandt werden kann. Und mit ‚Gesetz‘ meint Paulus (der Jude aus dem Stamm Benjamin, dessen Messias Jeschua, der Jude aus dem Stamm Juda, sich selbst als das ganze ‚Gesetz‘ erfüllend bezeichnet, siehe Matthäus 5,17) natürlich die Thorah, die Weisung Gottes an sein ‚Eigentumsvolk‘ Israel, in welches auch ein jeder Gläubig-Gewordene aus den sogenannten ‚Heidennationen‘ als ein neuer Zweig ‚eingepfropft‘ wird, wie in einen kultivierten Ölbaum (siehe Römerbrief Kapitel 9-11).

Dieses Prinzip des ‚Eingepfropft-Werdens‘ übrigens gilt nicht erst seit dem fleischlichen Erscheinen des Messias auf Erden vor rund 2000 Jahren, sondern spätestens seit Vergabe der Thorah am Berg Sinai; als nämlich ALLE, die auf den Ewigen vertrauen (das sind die Israeliten ‚SAMT viel Mischvolk‘, Exodus 12,38), aus ‚Ägypten‘, dem Haus der Knechtschaft, befreit worden sind, nun für das neue Leben in Freiheit, durch eine mächtige Gottesoffenbarung, die genauen Richtlinien erläutert bekommen, durch welche ein wahrhaft gott- und menschen-gemäßes Leben gelebt werden kann. Und ab hier ist das besagte ‚Mischvolk‘ dann bereits zu einem nicht mehr näher unterschiedenen Teil des ganzen Volkes Israel geworden. Denn: ‚Einerlei Gesetz sei dem Einheimischen und dem Fremdling, der unter euch wohnt.‘ (Exodus 12,49; aber z. B. auch ähnlich formuliert in Levitikus 24,22 und Numeri 15,15)

Und wenn wir als Gläubig-Gewordene nun dieses ‚Gesetz‘ auch in seinen Details betrachten, zeigt sich, dass einiges davon erst einmal befremdlich auf den ‚modernen Menschen‘ wirkt. Sei es, weil es offensichtlich von Gesellschaftzuständen ausgeht, in denen noch ‚mit Ochs und Esel gearbeitet und gewirtschaftet wird‘, sei es, weil es Dinge vorschreibt, die so unnötig strikt erscheinen, dass es unmöglich als das ‚Gesetz der Freiheit‘ bezeichnet werden kann, als das es Jakobus aber doch bezeichnet (Jakobus 2,12).

Trotzdem bleibt das Wort des Messias als Wegweiser, auf die Frage nach dem Großen/Größten der Gebote: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit ganzem Vermögen […] und […] du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst […] An diesen zwei Worten hängt das ganze Gesetz und die Propheten‘ (Mattäus 22,36-40); das ‚ganze Gesetz und die Propheten‘ erscheinen in diesem Verständnis Jeschuas also als die detaillierte Ausführung nur dieser zwei ‚Großen‘ der Gebote (die eigentlich auch nur EINES sind – denn der Dienst am Nächsten ist gleichzeitig immer auch Dienst am Ewigen; und umgekehrt: Verfehlungen gegen den Nächsten sind immer auch Verfehlungen gegen den Ewigen, gegen DAS Ewige selbst).

So muss uns also ein Gebot Gottes, das uns zunächst widersinnig oder ‚unzeitgemäß‘ erscheint, bei Betrachtung mit dem wirklichen Geist des Messias (das ist der ‚Geist der Heiligkeit‘ auch übersetzbar als: ‚Geist der (ganz für den Ewigen) Abgesondertheit‘) in neuem Lichte erscheinen: Das Gebot zeigt uns gefallenen Wesen dann schlicht, wie die himmlische Ordnung die WAHRE Liebe zu Schöpfer und Mitgeschöpf vorsieht. Es ist dies eine einzige, immer gleiche Liebe, nämlich die ureigene Liebe Gottes, des Schöpfers und Ewigen selbst, die in seinen aus dem Geist wieder-geborenen ‚Kindern‘ wirkt, deren Erstgeborenes eben unser geliebter Messias ist. Und das ist keine ‚Liebe‘, die sich Menschen in ihrer eigenen vermeintlichen Weisheit und Philosophie erdichtet haben, geschweige denn eine solche ‚Liebe‘, die die Menschen aus ihrem natürlich-fleischlichen Ur-Zustand heraus ohne Gottes Beistand ‚erfühlen‘ könnten. Und ‚Gottes Beistand‘ ist nichts und niemand sonst als der, den man dereinst ‚Jeschua‘ nannte, eine Namensform, von der sich unser heutiges ‚Jesus‘ über die altgriechische Vermittlung ergeben hat, und die in sich bereits eine Kurzform des biblisch-hebräischen ‚Jehoschua‘ ist, was bedeutet: ‚Gottes Beistand‘ …

Wenn wir nun weiter bedenken, dass es sich bei Jesus um ‚das Wort Gottes‘ handelt, das ‚Fleisch geworden‘ ist (Johannes 1,14), und dass die gesamte Heilige Schrift das ‚Wort Gottes‘ ist – dann bleibt kein anderer Schluss, als dass Jesus selbst ‚die fleischgewordene Bibel‘ ist, die ganze erfüllte Thorah samt Propheten (Matthäus 5,17), und allem, was darüber hinaus ‚von Gott eingehaucht‘ ist und zur Belehrung und Zurechtweisung dient (2. Timotheus 3,16); all das verkörpert sich in der Existenz dieses Erstgeborenen der Gotteskinder, jenes ‚Sohnes der Liebe‘ des himmlischen Vaters (Kolosser 1,13), des Erben seines Reiches, des CHRISTUS JESUS, wortwörtlich also des ‚(zum die Wahrheit verkündenden Propheten, zum den Weg zum Vater vermittelnden Hohepriester und zum die Herrschaft über alles Lebendige ausübenden König) gesalbten Beistandes des Ewigen‘ (oder hebräisch: ‚Jehoschua ha Maschiach‘).

Und wenn wir unsere tatsächliche Liebe zu Ihm, als unserem Erlöser, ‚Liebe‘ im göttlichen Sinne, auf diejenige Weise ausdrücken wollen, wie Er selbst es uns empfiehlt … dann gilt Johannes 14,15: ‚Wer mich liebt, der hält meine Gebote.‘ Ganz einfach zu verstehen eigentlich.

So wollen wir uns doch vor diesem Hintergrund einmal anschauen, was es mit manchen scheinbar so bloß ‚äußerlichen‘ Geboten auf sich hat …

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