Skip to content

22. Dezember – Auferstehung und Erscheinen

22. Dezember 2014

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.

Der sechste Grad, jener ‚der Auferstehung und des Erscheinens‘, bedeutet dann geradezu: es entsteht eine ’neue‘ Persönlichkeit aus der geläuterten Seele, aber eine Persönlichkeit, die im Grunde nichts anderes ist als ein Träger des ‚Christus in mir‘ selbst, von dem etwa Paulus im Brief an die Galater (2.20) spricht. Diese Persönlichkeit also ist vollumfänglich darauf ausgelegt, nur ‚den Willen des Vaters in den Himmeln‘ umzusetzen, und zwar ganz so, wie es dieser Seele eben individuell bestimmt ist hier auf Erden.

Materialistisch-psychologisch müsste man heute wohl nüchtern sagen, der Betreffende konstruiere sich in der Praxis dieses Grades ganz bewusst ein ‚Seelengewand‘ – oder ‚Nervenkostüm‘ – nach seinem individuellen Geschmack, welcher sich wiederum ganz einfach ‚zufällig‘ aus seiner ‚Genetik‘ und aus seinem persönlichen Werdegang ergeben hat. In dieser Sichtweise handelt es sich zweifellos um eine recht beeindruckende Leistung des selbsternannten Mystikers, indem dieser sich ‚psychisch‘ anscheinend so gut unter Kontrolle hat, dass er seine Seelenregungen vollständig steuern kann. Nur ist es keineswegs so, dass der christliche Mystiker mit Erlangen dieses sechsten Grades das Gefühl hat, er konstruiere sich tatsächlich ‚eigenständig‘ eine neue Persönlichkeit – er empfindet vielmehr, dass sich diese ’neue‘, bzw. erneuerte, ‚wiedergeborene‘ Persönlichkeit ganz von selbst ergibt aus den Umständen seines Werdeganges, aus ’seinem Schicksal‘ eben. Es ist mit dieser ‚Konstruktion‘ dementsprechend auch kein Nachdenken diesbezüglich verbunden – es geschieht einfach.

Und diese sich nach und nach ergebende neue ‚Persönlichkeit‘ hat die Charakteristik, dass sie nicht ‚langsam heranwächst‘ für die äußere, konkrete Betrachtung etwa der Mitmenschen des Mystikers, sondern dass sie immer wieder mal aufblitzt – aber dabei bereits vollkommen ‚ausgearbeitet‘ erscheint. Und dieses Aufblitzen, das ‚Erscheinen‘ vor den Jüngern, das steigert sich in seiner Frequenz und in seiner Dauer des Erscheinens bis es schließlich einmal in den nächsten und ‚letzten‘, bzw. ‚höchsten‘ Grad der urchristlichen Einweihung mündet, wo dies zunächst nur Aufblitzende dann endlich für immer bleibt.

11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Als sie nun weinte, schaute sie in das Grab

12und sieht zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, einen zu Häupten und den andern zu den Füßen, wo sie den Leichnam Jesu hingelegt hatten.

13Und die sprachen zu ihr: Frau, was weinst du? Sie spricht zu ihnen: Sie haben meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben.

14Und als sie das sagte, wandte sie sich um und sieht Jesus stehen und weiß nicht, dass es Jesus ist.

15Spricht Jesus zu ihr: Frau, was weinst du? Wen suchst du? Sie meint, es sei der Gärtner, und spricht zu ihm: Herr, hast du ihn weggetragen, so sage mir, wo du ihn hingelegt hast; dann will ich ihn holen.

16Spricht Jesus zu ihr: Maria! Da wandte sie sich um und spricht zu ihm auf Hebräisch: Rabbuni!, das heißt: Mein Meister!

17Spricht Jesus zu ihr: Rühre mich nicht an! Denn ich bin noch nicht aufgefahren zum Vater. Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

18Maria von Magdala geht und verkündigt den Jüngern: Ich habe den Herrn gesehen, und das hat er zu mir gesagt.

19Am Abend aber dieses ersten Tages der Woche, als die Jünger versammelt und die Türen verschlossen waren aus Furcht vor den Juden, kam Jesus und trat mitten unter sie und spricht zu ihnen: Friede sei mit euch!

20Und als er das gesagt hatte, zeigte er ihnen die Hände und seine Seite. Da wurden die Jünger froh, dass sie den Herrn sahen.

21Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Friede sei mit euch! Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.

22Und als er das gesagt hatte, blies er sie an und spricht zu ihnen: Nehmt hin den Heiligen Geist!

23Welchen ihr die Sünden erlasst, denen sind sie erlassen; und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.

24Thomas aber, der Zwilling genannt wird, einer der Zwölf, war nicht bei ihnen, als Jesus kam.

25Da sagten die andern Jünger zu ihm: Wir haben den Herrn gesehen. Er aber sprach zu ihnen: Wenn ich nicht in seinen Händen die Nägelmale sehe und meinen Finger in die Nägelmale lege und meine Hand in seine Seite lege, kann ich’s nicht glauben.

Schreibe einen Kommentar

kommentieren

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: