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17. Dezember – die Fußwaschung

17. Dezember 2014

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht ergriffen.

Sieben Grade hatte die urchristliche Einweihung traditionell: 1. ‚Fußwaschung‘, 2. ‚Verrat und Geißelung‘, 3. ‚Dornenkrönung und Kreuzweg‘, 4. ‚Kreuzigung und Sterben‘, 5. ‚Grablegung und Höllenfahrt‘, 6. ‚Auferstehung und Erscheinen‘ und 7. als Vollendung die ‚Himmelfahrt‘.

Jede dieser sieben Stufen entspricht einer fundamentalen Erkenntnis der höheren/tieferen Wirklichkeit, zu denen man sich nur hinauf schwingen kann, wenn die Seele hinreichend rein geworden ist. Ist sie dies nämlich noch nicht, wird man die sieben Einsichten zwar vielleicht abstrakt fassen und für prinzipiell ‚wahr‘ halten können – aber man wird sie nicht ins eigene Wesen aufnehmen können, auf dass sie in alles Handeln hineinwirken. Denn hierzu ist Voraussetzung, dass man das Wesentliche nicht aus bloßem Begriffsverständnis erarbeitet, sondern es aus sich selbst heraus wirklich einsieht mit jeder Faser der eigenen Existenz als Mensch auf Erden; mit Wille, Gefühl und Denken, ‚mit Hand, Herz und Verstand‘.

Heute beginnen wir also mit dem ersten Einweihungsgrad, mit der sogenannten ‚Fußwaschung‘. Die fundamentale Erkenntnis dieser Stufe ließe sich etwa in folgende Worte fassen: Das Höhere thront in der materiellen Welt der Natur stets auf dem Niederen und das Höchste ehrt ganz bewusst in großer Dankbarkeit dieses Niedere für seinen Dienst am Höheren als dessen Voraussetzung. Alle Reiche der materiellen Natur bauen jeweils auf niederen Reichen auf, der Mensch auf dem Tierreich, das Tier auf dem Pflanzenreich, die Pflanze auf dem Mineralreich und letztlich schöpft ohnehin alles auf Erden aus der Kraft der physischen Sonne.

Und bereits den zweiten Einweihungsgrad vorsichtig einleitend sei hier Folgendes vorweggenommen: So ist auf geistiger Ebene entsprechend selbst das Böse in der Welt in letzter Konsequenz geradezu Voraussetzung für Gottes Werk in dieser Welt – und der wahrhaft Weise wird sich nie der Illusion hingeben, das Böse in der Welt besiegen zu können. Stattdessen wird der Weise mit dem Bösen stets rechnen und es für das Gute nutzbar machen. Im folgenden Textabschnitt zeigt sich letzteres besonders an der Akzeptanz Jesu für den Verrat des Judas, den er nicht zu verhindern sucht, sondern im Gegenteil: den er geradezu herbeibefiehlt, um Gottes Werk vollenden zu können in der ‚Verherrlichung und Erhöhung des Menschensohnes‘. Aber auch vieles andere offenbart sich in diesen Kapiteln; es wird nämlich berichtet von den letzten Reden Jesu Christi vor seinen Jüngern, und die Essenz seiner Liebe fließt in Worten auf die Welt über, in der seine Apostel weiter wirken werden in seinem Sinn, nach dem Willen des allmächtigen Vaters in den Himmeln.

Vor dem Passafest aber erkannte Jesus, dass seine Stunde gekommen war, dass er aus dieser Welt ginge zum Vater; und wie er die Seinen geliebt hatte, die in der Welt waren, so liebte er sie bis ans Ende.

2Und beim Abendessen, als schon der Teufel dem Judas, Simons Sohn, dem Iskariot, ins Herz gegeben hatte, ihn zu verraten,

3Jesus aber wusste, dass ihm der Vater alles in seine Hände gegeben hatte und dass er von Gott gekommen war und zu Gott ging,

4da stand er vom Mahl auf, legte sein Obergewand ab und nahm einen Schurz und umgürtete sich.

5Danach goss er Wasser in ein Becken, fing an, den Jüngern die Füße zu waschen, und trocknete sie mit dem Schurz, mit dem er umgürtet war.

6Da kam er zu Simon Petrus; der sprach zu ihm: Herr, solltest du mir die Füße waschen?

7Jesus antwortete und sprach zu ihm: Was ich tue, das verstehst du jetzt nicht; du wirst es aber hernach erfahren.

8Da sprach Petrus zu ihm: Nimmermehr sollst du mir die Füße waschen! Jesus antwortete ihm: Wenn ich dich nicht wasche, so hast du kein Teil an mir.

9Spricht zu ihm Simon Petrus: Herr, nicht die Füße allein, sondern auch die Hände und das Haupt!

10Spricht Jesus zu ihm: Wer gewaschen ist, bedarf nichts, als dass ihm die Füße gewaschen werden; denn er ist ganz rein. Und ihr seid rein, aber nicht alle.

11Denn er kannte seinen Verräter; darum sprach er: Ihr seid nicht alle rein.

12Als er nun ihre Füße gewaschen hatte, nahm er seine Kleider und setzte sich wieder nieder und sprach zu ihnen: Wisst ihr, was ich euch getan habe?

13Ihr nennt mich Meister und Herr und sagt es mit Recht, denn ich bin’s auch.

14Wenn nun ich, euer Herr und Meister, euch die Füße gewaschen habe, so sollt auch ihr euch untereinander die Füße waschen.

15Ein Beispiel habe ich euch gegeben, damit ihr tut, wie ich euch getan habe.

16Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr und der Apostel nicht größer als der, der ihn gesandt hat.

17Wenn ihr dies wisst – selig seid ihr, wenn ihr’s tut.

18Das sage ich nicht von euch allen; ich weiß, welche ich erwählt habe. Aber es muss die Schrift erfüllt werden: »Der mein Brot isst, tritt mich mit Füßen.«

19Jetzt sage ich’s euch, ehe es geschieht, damit ihr, wenn es geschehen ist, glaubt, dass ich es bin.

20Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer jemanden aufnimmt, den ich senden werde, der nimmt mich auf; wer aber mich aufnimmt, der nimmt den auf, der mich gesandt hat.

21Als Jesus das gesagt hatte, wurde er betrübt im Geist und bezeugte und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Einer unter euch wird mich verraten.

22Da sahen sich die Jünger untereinander an, und ihnen wurde bange, von wem er wohl redete.

23Es war aber einer unter seinen Jüngern, den Jesus lieb hatte, der lag bei Tisch an der Brust Jesu.

24Dem winkte Simon Petrus, dass er fragen sollte, wer es wäre, von dem er redete.

25Da lehnte der sich an die Brust Jesu und fragte ihn: Herr, wer ist’s?

26Jesus antwortete: Der ist’s, dem ich den Bissen eintauche und gebe. Und er nahm den Bissen, tauchte ihn ein und gab ihn Judas, dem Sohn des Simon Iskariot.

27Und als der den Bissen nahm, fuhr der Satan in ihn. Da sprach Jesus zu ihm: Was du tust, das tue bald!

28Aber niemand am Tisch wusste, wozu er ihm das sagte.

29Einige meinten, weil Judas den Beutel hatte, spräche Jesus zu ihm: Kaufe, was wir zum Fest nötig haben!, oder dass er den Armen etwas geben sollte.

30Als er nun den Bissen genommen hatte, ging er alsbald hinaus. Und es war Nacht.

31Als Judas nun hinausgegangen war, spricht Jesus: Jetzt ist der Menschensohn verherrlicht, und Gott ist verherrlicht in ihm.

32Ist Gott verherrlicht in ihm, so wird Gott ihn auch verherrlichen in sich und wird ihn bald verherrlichen.

33Liebe Kinder, ich bin noch eine kleine Weile bei euch. Ihr werdet mich suchen. Und wie ich zu den Juden sagte, sage ich jetzt auch zu euch: Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen.

34Ein neues Gebot gebe ich euch, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch geliebt habe, damit auch ihr einander lieb habt.

35Daran wird jedermann erkennen, dass ihr meine Jünger seid, wenn ihr Liebe untereinander habt.

36Spricht Simon Petrus zu ihm: Herr, wo gehst du hin? Jesus antwortete ihm: Wo ich hingehe, kannst du mir diesmal nicht folgen; aber du wirst mir später folgen.

37Petrus spricht zu ihm: Herr, warum kann ich dir diesmal nicht folgen? Ich will mein Leben für dich lassen.

38Jesus antwortete ihm: Du willst dein Leben für mich lassen? Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Der Hahn wird nicht krähen, bis du mich dreimal verleugnet hast

Euer Herz erschrecke nicht! Glaubt an Gott und glaubt an mich!

2In meines Vaters Hause sind viele Wohnungen. Wenn’s nicht so wäre, hätte ich dann zu euch gesagt: Ich gehe hin, euch die Stätte zu bereiten?

3Und wenn ich hingehe, euch die Stätte zu bereiten, will ich wiederkommen und euch zu mir nehmen, damit ihr seid, wo ich bin.

4Und wo ich hingehe, den Weg wisst ihr.

5Spricht zu ihm Thomas: Herr, wir wissen nicht, wo du hingehst; wie können wir den Weg wissen?

6Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.

7Wenn ihr mich erkannt habt, so werdet ihr auch meinen Vater erkennen. Und von nun an kennt ihr ihn und habt ihn gesehen.

8Spricht zu ihm Philippus: Herr, zeige uns den Vater und es genügt uns.

9Jesus spricht zu ihm: So lange bin ich bei euch und du kennst mich nicht, Philippus? Wer mich sieht, der sieht den Vater! Wie sprichst du dann: Zeige uns den Vater?

10Glaubst du nicht, dass ich im Vater bin und der Vater in mir? Die Worte, die ich zu euch rede, die rede ich nicht von mir selbst aus. Und der Vater, der in mir wohnt, der tut seine Werke.

11Glaubt mir, dass ich im Vater bin und der Vater in mir; wenn nicht, so glaubt doch um der Werke willen.

12Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer an mich glaubt, der wird die Werke auch tun, die ich tue, und er wird noch größere als diese tun; denn ich gehe zum Vater.

13Und was ihr bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun, damit der Vater verherrlicht werde im Sohn.

14Was ihr mich bitten werdet in meinem Namen, das will ich tun.

15Liebt ihr mich, so werdet ihr meine Gebote halten.

16Und ich will den Vater bitten und er wird euch einen andern Tröster geben, dass er bei euch sei in Ewigkeit:

17den Geist der Wahrheit, den die Welt nicht empfangen kann, denn sie sieht ihn nicht und kennt ihn nicht. Ihr kennt ihn, denn er bleibt bei euch und wird in euch sein.

18Ich will euch nicht als Waisen zurücklassen; ich komme zu euch.

19Es ist noch eine kleine Zeit, dann wird mich die Welt nicht mehr sehen. Ihr aber sollt mich sehen, denn ich lebe und ihr sollt auch leben.

20An jenem Tage werdet ihr erkennen, dass ich in meinem Vater bin und ihr in mir und ich in euch.

21Wer meine Gebote hat und hält sie, der ist’s, der mich liebt. Wer mich aber liebt, der wird von meinem Vater geliebt werden, und ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren.

22Spricht zu ihm Judas, nicht der Iskariot: Herr, was bedeutet es, dass du dich uns offenbaren willst und nicht der Welt?

23Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wer mich liebt, der wird mein Wort halten; und mein Vater wird ihn lieben, und wir werden zu ihm kommen und Wohnung bei ihm nehmen.

24Wer aber mich nicht liebt, der hält meine Worte nicht. Und das Wort, das ihr hört, ist nicht mein Wort, sondern das des Vaters, der mich gesandt hat.

25Das habe ich zu euch geredet, solange ich bei euch gewesen bin.

26Aber der Tröster, der Heilige Geist, den mein Vater senden wird in meinem Namen, der wird euch alles lehren und euch an alles erinnern, was ich euch gesagt habe.

27Den Frieden lasse ich euch, meinen Frieden gebe ich euch. Nicht gebe ich euch, wie die Welt gibt. Euer Herz erschrecke nicht und fürchte sich nicht.

28Ihr habt gehört, dass ich euch gesagt habe: Ich gehe hin und komme wieder zu euch. Hättet ihr mich lieb, so würdet ihr euch freuen, dass ich zum Vater gehe; denn der Vater ist größer als ich.

29Und jetzt habe ich’s euch gesagt, ehe es geschieht, damit ihr glaubt, wenn es nun geschehen wird.

30Ich werde nicht mehr viel mit euch reden, denn es kommt der Fürst dieser Welt. Er hat keine Macht über mich;

31aber die Welt soll erkennen, dass ich den Vater liebe und tue, wie mir der Vater geboten hat. Steht auf und lasst uns von hier weggehen.

Ich bin der wahre Weinstock und mein Vater der Weingärtner.

2Eine jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, wird er wegnehmen; und eine jede, die Frucht bringt, wird er reinigen, dass sie mehr Frucht bringe.

3Ihr seid schon rein um des Wortes willen, das ich zu euch geredet habe.

4Bleibt in mir und ich in euch. Wie die Rebe keine Frucht bringen kann aus sich selbst, wenn sie nicht am Weinstock bleibt, so auch ihr nicht, wenn ihr nicht in mir bleibt.

5Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und ich in ihm, der bringt viel Frucht; denn ohne mich könnt ihr nichts tun.

6Wer nicht in mir bleibt, der wird weggeworfen wie eine Rebe und verdorrt, und man sammelt sie und wirft sie ins Feuer und sie müssen brennen.

7Wenn ihr in mir bleibt und meine Worte in euch bleiben, werdet ihr bitten, was ihr wollt, und es wird euch widerfahren.

8Darin wird mein Vater verherrlicht, dass ihr viel Frucht bringt und werdet meine Jünger.

9Wie mich mein Vater liebt, so liebe ich euch auch. Bleibt in meiner Liebe!

10Wenn ihr meine Gebote haltet, so bleibt ihr in meiner Liebe, wie ich meines Vaters Gebote halte und bleibe in seiner Liebe.

11Das sage ich euch, damit meine Freude in euch bleibe und eure Freude vollkommen werde.

12Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe.

13Niemand hat größere Liebe als die, dass er sein Leben lässt für seine Freunde.

14Ihr seid meine Freunde, wenn ihr tut, was ich euch gebiete.

15Ich sage hinfort nicht, dass ihr Knechte seid; denn ein Knecht weiß nicht, was sein Herr tut. Euch aber habe ich gesagt, dass ihr Freunde seid; denn alles, was ich von meinem Vater gehört habe, habe ich euch kundgetan.

16Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt und bestimmt, dass ihr hingeht und Frucht bringt und eure Frucht bleibt, damit, wenn ihr den Vater bittet in meinem Namen, er’s euch gebe.

17Das gebiete ich euch, dass ihr euch untereinander liebt.

18Wenn euch die Welt hasst, so wisst, dass sie mich vor euch gehasst hat.

19Wäret ihr von der Welt, so hätte die Welt das Ihre lieb. Weil ihr aber nicht von der Welt seid, sondern ich euch aus der Welt erwählt habe, darum hasst euch die Welt.

20Gedenkt an das Wort, das ich euch gesagt habe: Der Knecht ist nicht größer als sein Herr. Haben sie mich verfolgt, so werden sie euch auch verfolgen; haben sie mein Wort gehalten, so werden sie eures auch halten.

21Aber das alles werden sie euch tun um meines Namens willen; denn sie kennen den nicht, der mich gesandt hat.

22Wenn ich nicht gekommen wäre und hätte es ihnen gesagt, so hätten sie keine Sünde; nun aber können sie nichts vorwenden, um ihre Sünde zu entschuldigen.

23Wer mich hasst, der hasst auch meinen Vater.

24Hätte ich nicht die Werke getan unter ihnen, die kein anderer getan hat, so hätten sie keine Sünde. Nun aber haben sie es gesehen, und doch hassen sie mich und meinen Vater.

25Aber es muss das Wort erfüllt werden, das in ihrem Gesetz geschrieben steht: »Sie hassen mich ohne Grund«.

26Wenn aber der Tröster kommen wird, den ich euch senden werde vom Vater, der Geist der Wahrheit, der vom Vater ausgeht, der wird Zeugnis geben von mir.

27Und auch ihr seid meine Zeugen, denn ihr seid von Anfang an bei mir gewesen.

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