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11. Dezember – Licht und Finsternis

11. Dezember 2014

Im Urbeginn war der Logos, und der Logos war bei Gott, und Gott war der Logos.

Dieser war im Urbeginn bei Gott.

Alle Dinge sind durch den Logos gemacht, und ohne den Logos ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war das Leben, und das Leben ward das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Im letzten Vers der Eingangsmeditation des Johannes-Evangeliums ist nun einmal recht deutlich hingewiesen auf den einen, einzigen Prozess, der im Universum immer abläuft, während alle anderen Prozesse in letzter Konsequenz nur Bestandteil dieses einen Gesamtprozesses sind:

5Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht begriffen.

Denn dieser mit dem Gottesgeist selbst durchleuchtete Kosmos, das heißt auf die ‚Materie‘ bezogen: der in die Zeit projizierte Urknall in seiner beginnenden Selbststrukturierung, entfaltet sich immer weiter, unbeirrt der ‚Finsternis‘ um ihn herum; denn die ‚Finsternis‘, das Nicht-Geistige, noch-chaotische, kann gar nicht selbst auf den Geist einwirken und ihm schaden, da es in seinem Wesen ja ‚Nichts‘ ist, sondern nur der Geist selbst wirkt stets auf die Finsternis, um sie sich nach und nach ganz anzueignen, sie zu erleuchten, sodass am Ende nur noch ‚Licht‘ sein wird, das heißt: das ursprüngliche, ewige, überzeitliche ‚Wort Gottes‘ wird sich unendlich-fach wiederspiegeln am Ende der Weltenzeit gerade innerhalb dieser Weltenzeit und innerhalb des Weltenraumes, der ja wiederum eigentlich auch nur die Innenstruktur dieses in die Zeit hinein gesprochenen Wortes ist. Und dieses ‚Wiederspiegeln‘, das direkte Sichtbarwerden des ‚Transzendenten‘ in der ‚immanenten‘ Welt wird geschichtlich beginnen ab genau dem Zeitpunkt, wo ‚das Wort Fleisch geworden war und wohnte unter uns‘, und von diesem Zeitpunkt an ist die Möglichkeit da für die Menschheit als Ganzes und für jeden einzelnen Menschen gleichermaßen, sich selbstbewusst als gottgegebene Einheit mit unserem Erdenplaneten zu erkennen und die Menschheit in diesem Sinne als erdumspannende Gemeinschaft zu verwirklichen, die Erde nach und nach zu einem ‚Spiegel der Himmel‘ zu machen.

Um also ‚wiedergespiegelt‘ werden zu können ‚innerhalb seiner selbst‘, musste das Wort Gottes hinuntersteigen in seine eigene Schöpfung, die schließlich der Ausdruck, der Ausfluss, ‚das Evangelium‘ seines Wesens ist, um sich dann aus den Tiefen dieses seines eigenen Wesens wieder zurück empor zu seinem überzeitlichen Urwesen – zum ‚Vater in den Himmeln‘ – heraufarbeiten zu können. Und jeder einzelne Mensch ist immer lebendiger Teil dieses Weltprozesses, ganz gleich, ob er sich in seiner Existenz von diesem Prozess tragen lässt, oder ob er sich ihm willentlich oder unwillentlich in den Weg stellt. Diese zwei Möglichkeiten der Haltung Gott und seinem Evangelium gegenüber entsprechen den zwei Möglichkeiten des Lebens: Entweder die alles durchwirkende Glückseligkeit eines wahrhaft religiösen Menschen, die aus dem unerschütterlichen inneren Gleichgewicht eines ‚Höchsten Selbst‘ erwächst, dessen der Mensch sich bewusst ist; oder aber blinder Taumel zwischen den Extremen von Schmerz/Stress und Langeweile, der nur zufällig hin und wieder von einem Gleichgewicht dieser beiden Extreme unterbrochen wird, was dann zumindest die kurzfristige Illusion von Glückseligkeit nähren kann.

Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer nicht zur Tür hineingeht in den Schafstall, sondern steigt anderswo hinein, der ist ein Dieb und ein Räuber.

2Der aber zur Tür hineingeht, der ist der Hirte der Schafe.

3Dem macht der Türhüter auf, und die Schafe hören seine Stimme; und er ruft seine Schafe mit Namen und führt sie hinaus.

4Und wenn er alle seine Schafe hinausgelassen hat, geht er vor ihnen her, und die Schafe folgen ihm nach; denn sie kennen seine Stimme.

5Einem Fremden aber folgen sie nicht nach, sondern fliehen vor ihm; denn sie kennen die Stimme der Fremden nicht.

6Dies Gleichnis sagte Jesus zu ihnen; sie verstanden aber nicht, was er ihnen damit sagte.

7Da sprach Jesus wieder: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8Alle, die vor mir gekommen sind, die sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben ihnen nicht gehorcht.

9Ich bin die Tür; wenn jemand durch mich hineingeht, wird er selig werden und wird ein- und ausgehen und Weide finden.

10Ein Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und umzubringen. Ich bin gekommen, damit sie das Leben und volle Genüge haben sollen.

11Ich bin der gute Hirte. Der gute Hirte lässt sein Leben für die Schafe.

12Der Mietling aber, der nicht Hirte ist, dem die Schafe nicht gehören, sieht den Wolf kommen und verlässt die Schafe und flieht – und der Wolf stürzt sich auf die Schafe und zerstreut sie –,

13denn er ist ein Mietling und kümmert sich nicht um die Schafe.

14Ich bin der gute Hirte und kenne die Meinen und die Meinen kennen mich,

15wie mich mein Vater kennt und ich kenne den Vater. Und ich lasse mein Leben für die Schafe.

16Und ich habe noch andere Schafe, die sind nicht aus diesem Stall; auch sie muss ich herführen, und sie werden meine Stimme hören, und es wird eine Herde und ein Hirte werden.

17Darum liebt mich mein Vater, weil ich mein Leben lasse, dass ich’s wieder nehme.

18Niemand nimmt es von mir, sondern ich selber lasse es. Ich habe Macht, es zu lassen, und habe Macht, es wieder zu nehmen. Dies Gebot habe ich empfangen von meinem Vater.

19Da entstand abermals Zwietracht unter den Juden wegen dieser Worte.

20Viele unter ihnen sprachen: Er hat einen bösen Geist und ist von Sinnen; was hört ihr ihm zu?

21Andere sprachen: Das sind nicht Worte eines Besessenen; kann denn ein böser Geist die Augen der Blinden auftun?

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