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10. Dezember – Leben als Licht

10. Dezember 2014

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dieses war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was gemacht ist.

In ihm war Leben, und das Leben ward das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht erfasst.

Der vierte Vers des Eröffnungs-Mantras nun deutet gerade im Bezug auf die materielle Entwicklung des Universums auf etwas sehr bedeutsames hin:

4In ihm war Leben, und das Leben ward das Licht der Menschen.

Im ‚Wort‘, bzw. ‚materiell reflektiert‘: im ‚Urknall‘ war also schon ‚Leben‘ enthalten, das zudem das ‚Licht‘ werden würde der Menschen, das, was die Menschen erleuchtet, das sie sogar einst sich erheben macht zurück zu Gott aus den Niederungen der Welt heraus: All die Strukturen und Prozesse des Kosmos, physikalisch-materielle, wie menschlich-seelische – vergangene, gegenwärtige, zukünftige – waren ja als Keim schon immer ‚geistig‘ da, nämlich im ewigen Weltgesetz vorbestimmt in all ihren Möglichkeiten der Entwicklung; materiell erschien dieser gesetzliche Urimpuls zu einer zumindest irgendwie geordneten Struktur aber nach dem ‚Urknall‘, das heißt im Moment des ‚in-die-lineare-Zeit-Tretens‘, zunächst als das ‚Chaos‘ einer scheinbar noch unbefruchteten Materie, als die ‚lebendige Muttererde‘, als das ursprüngliche, wuchernde und sprießende ‚Leben‘, das sich erst einmal nur als ein undurchschaubares ‚Alles‘ in ein noch nicht einmal anschaubares ‚Nichts‘ hinaus ergießt; doch im selben Moment schon erhebt sich aus diesem chaotisch wuchernden ‚Weben‘ und ‚Leben‘ all der entfesselten Energie des Urknalls heraus auch jene göttliche ‚Ordnung‘, die kosmische In- und Evolution, das Befruchtende, die eigentliche geordnete ‚Struktur‘ des Universums, das ‚Licht‘ gegenüber der Finsternis der chaotischen Materie und Energie, aus dem heraus dann auch der materielle Mensch im Laufe der Zeit hervorgehen würde als ein Teil desselben in seiner dann auch ‚biologischen‘ Lebendigkeit, und in seiner seelischen Bewusstheit und Bewegtheit, die sich des fleischlichen Leibes als Werkzeug bedient. Aber im Grunde bleibt das gesamte gegenwärtige ‚Universum‘, das sich weiter ausbreitet in Raum und Zeit, noch immer ’nur‘ Teil des von ‚Gott‘, dem ‚ewigen Gesetz‘, in die Zeit hinein ‚gesprochenen‘ Urknalls, des ‚Wortes‘. Und im Glauben an die tatsächliche historische Präsenz Jesu Christi – an ‚den Gesalbten Sohn des Menschen‘, als dieser im Palästina der Zeitenwende das erstmalig fleischgewordene Wort Gottes auf Erden verkörperte – sind wir alle auch heute noch Eins.

Der heutige Abschnitt werde deshalb durchlebt im Bewusstsein: Der Christus in mir umfasst den ganzen Kosmos – und mich umfasst der Christus also mit, zu jeder Zeit und überall. Und wie Jesus Christus in Palästina wirkte als Erlöser und Lehrer für alle Menschen um ihn herum, so wirkt er in meiner Seele als Erlöser und Lehrer für alle Seelenregungen in mir, die noch nicht von Gottes Herrlichkeit durchleuchtet sind. Er, der Christus in der Seele, treibt mir meine Dämonen aus und vergibt mir alle Sünden, wenn ich ihn darum bitte. Und nicht ich, als individuelles Bewusstsein, muss ihn jedes Mal bitten um seine Gnade, sondern es reicht, auf diese seine all-erbarmende Gnade zu vertrauen, an seinen Namen und an sein Werk aufrichtig zu glauben. Denn er muss sein Werk in mir nicht mehr vollbringen – es ist dort längst vollbracht. Jetzt muss ich selbst es nur noch begreifen, was da in mir geschehen ist, immer weiter geschehen wird und dessen Segen ja lange schon über mir schwebt, auf dass ich endlich den Blick empor hebe und Gottes Herrlichkeit mit eigenem Auge schauen kann.

Und Jesus ging vorüber und sah einen Menschen, der blind geboren war.

2Und seine Jünger fragten ihn und sprachen: Meister, wer hat gesündigt, dieser oder seine Eltern, dass er blind geboren ist?

3Jesus antwortete: Es hat weder dieser gesündigt noch seine Eltern, sondern es sollen die Werke Gottes offenbar werden an ihm.

4Wir müssen die Werke dessen wirken, der mich gesandt hat, solange es Tag ist; es kommt die Nacht, da niemand wirken kann.

5Solange ich in der Welt bin, bin ich das Licht der Welt.

6Als er das gesagt hatte, spuckte er auf die Erde, machte daraus einen Brei und strich den Brei auf die Augen des Blinden.

7Und er sprach zu ihm: Geh zum Teich Siloah – das heißt übersetzt: gesandt – und wasche dich! Da ging er hin und wusch sich und kam sehend wieder.

8Die Nachbarn nun und die, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sprachen: Ist das nicht der Mann, der dasaß und bettelte?

9Einige sprachen: Er ist’s; andere: Nein, aber er ist ihm ähnlich. Er selbst aber sprach: Ich bin’s.

10Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen aufgetan worden?

11Er antwortete: Der Mensch, der Jesus heißt, machte einen Brei und strich ihn auf meine Augen und sprach: Geh zum Teich Siloah und wasche dich! Ich ging hin und wusch mich und … ich sehe!

12Da fragten sie ihn: Wo ist er? Er antwortete: Ich weiß es nicht.

13Da führten sie ihn, der vorher blind gewesen war, zu den Pharisäern.

14Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Brei machte und seine Augen öffnete.

15Da fragten ihn auch die Pharisäer, wie er sehend geworden wäre. Er aber sprach zu ihnen: Einen Brei legte er mir auf die Augen, und ich wusch mich und bin nun sehend.

16Da sprachen einige der Pharisäer: Dieser Mensch ist nicht von Gott, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sprachen: Wie kann ein sündiger Mensch solche Zeichen tun? Und es entstand Zwietracht unter ihnen.

17Da sprachen sie wieder zu dem Blinden: Was sagst du von ihm, dass er deine Augen aufgetan hat? Er aber sprach: Er ist ein Prophet.

18Nun glaubten die Juden nicht von ihm, dass er blind gewesen und sehend geworden war, bis sie die Eltern dessen riefen, der sehend geworden war,

19und sie fragten sie und sprachen: Ist das euer Sohn, von dem ihr sagt, er sei blind geboren? Wieso ist er nun sehend?

20Seine Eltern antworteten ihnen und sprachen: Wir wissen, dass dieser unser Sohn ist und dass er blind geboren ist.

21Aber wieso er nun sehend ist, wissen wir nicht, und wer ihm seine Augen aufgetan hat, wissen wir auch nicht. Fragt ihn, er ist alt genug; lasst ihn für sich selbst reden.

22Das sagten seine Eltern, denn sie fürchteten sich vor den Juden. Denn die Juden hatten sich schon geeinigt: wenn jemand ihn als den Christus bekenne, der solle aus der Synagoge ausgestoßen werden.

23Darum sprachen seine Eltern: Er ist alt genug, fragt ihn selbst.

24Da riefen sie noch einmal den Menschen, der blind gewesen war, und sprachen zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist.

25Er antwortete: Ist er ein Sünder? Das weiß ich nicht; eins aber weiß ich: dass ich blind war und bin nun sehend.

26Da fragten sie ihn: Was hat er mit dir getan? Wie hat er deine Augen aufgetan?

27Er antwortete ihnen: Ich habe es euch schon gesagt und ihr habt’s nicht gehört! Was wollt ihr’s abermals hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden?

28Da schmähten sie ihn und sprachen: Du bist sein Jünger; wir aber sind Moses Jünger.

29Wir wissen, dass Gott mit Mose geredet hat; woher aber dieser ist, wissen wir nicht.

30Der Mensch antwortete und sprach zu ihnen: Das ist verwunderlich, dass ihr nicht wisst, woher er ist, und er hat meine Augen aufgetan.

31Wir wissen, dass Gott die Sünder nicht erhört; sondern den, der gottesfürchtig ist und seinen Willen tut, den erhört er.

32Von Anbeginn der Welt an hat man nicht gehört, dass jemand einem Blindgeborenen die Augen aufgetan habe.

33Wäre dieser nicht von Gott, er könnte nichts tun.

34Sie antworteten und sprachen zu ihm: Du bist ganz in Sünden geboren und lehrst uns? Und sie stießen ihn hinaus.

35Es kam vor Jesus, dass sie ihn ausgestoßen hatten. Und als er ihn fand, fragte er: Glaubst du an den Menschensohn?

36Er antwortete und sprach: Herr, wer ist’s?, dass ich an ihn glaube.

37Jesus sprach zu ihm: Du hast ihn gesehen, und der mit dir redet, der ist’s.

38Er aber sprach: Herr, ich glaube! und betete ihn an.

39Und Jesus sprach: Ich bin zum Gericht in diese Welt gekommen, damit, die nicht sehen, sehend werden, und die sehen, blind werden.

40Das hörten einige der Pharisäer, die bei ihm waren, und fragten ihn: Sind wir denn auch blind?

41Jesus sprach zu ihnen: Wärt ihr blind, so hättet ihr keine Sünde; weil ihr aber sagt: Wir sind sehend, bleibt eure Sünde.

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