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9. Dezember – die All-Einheit der Welt im Wort

9. Dezember 2014

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Anfang bei Gott.

Alle Dinge sind durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was geworden ist.

In ihm war das Leben, und das Leben ward das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht ergriffen.

Heute ein Wort zum dritten Vers der Eingangsmeditation, dem Mittleren, ‚Zentralen‘ der Fünf also (wobei sich empfiehlt, eine besonders wortgetreue Übersetzung des altgriechischen Urtextes mit sinngemäßen Erläuterungen in Klammern heranzuziehen):

3Alles ist durch dieses (Wort/den Logos) so geworden(, wie es ist), und ohne dieses ist gar nichts gemacht, was (irgendwann, irgendwo) entstanden ist.

Es wird nun also noch einmal ausdrücklich darauf hingewiesen, dass allein durch den ‚Logos‘, durch das ‚Wort Gottes‘ und innerhalb desselben irgendetwas jemals existieren kann, dass also auch alle Entwicklung, alles Werden innerhalb der Welt in ihrer spezifischen Ausprägung immer nur im völligen Einklang mit dem göttlichen Schöpferwort geschieht. Materialistisch spiegelt sich diese geistige Tatsache in der Weltentstehung nun sehr deutlich darin wieder, dass die sich aus diesem ‚Urknall‘ als ‚das Wort Gottes‘ ausbreitende Welle der kosmischen Substanz im Laufe der Äonen ‚in ihrem Inneren‘ zunehmend differenzierte, organisierte Strukturen herausbildet – das bedeutet: alles, was wir heute um uns herum als ‚materielle Außenwelt‘ und auch in uns drin als ‚immaterielle Innenwelt‘ wahrnehmen oder auch nur erahnen oder uns vorstellen können, all das ist unlösbar verknüpfter Teil dieser inneren Struktur des einen sich ausbreitenden ‚Urwortes‘; denn die sogenannte ‚Materie‘ und alles, was sich an menschlichem Geist individuell daraus ergeben mag, ist letztlich immer noch ’nur‘ die in entsprechend geordneten Mustern schwingende Energie des ganz langsam ‚aushallenden‘ Urknalls der modernen Physik. Lediglich schafft es die heutige Physik und ‚Wissenschaft‘ selten, diese ihre Erkenntnisse in eine dem Zeitalter angemessene Form zu kleiden, die das Universum und das tatsächliche Gesetz, das heißt: das die Tatsachen-schaffende Gesetz dieses Universums, in einen anschaulichen Bezug zum konkreten Individuum setzt und diesen Bezug klar und deutlich als den allgemein-menschlichen Bezug zu Gott selbst in seiner Transzendenz identifiziert.

Beim Durchleben des heutigen Abschnitts also mache man sich bewusst, dass der Christus als Repräsentant des ‚allmächtigen Vaters‘ – des ewigen, jenseitigen Weltgesetzes – in jeder Menschenseele nur darauf wartet, bewusst wirken zu dürfen. Jesus Christus will dem Menschen, jedem einzelnen Menschen, sein grundsätzliches Verhältnis zum ganzen Kosmos nahebringen – aber nicht, wie wir normalen Menschen dies tun, mit Reden und Erklären, sondern auf eine viel intimere Weise, indem er einfach als die reine göttliche Wahrheit in der Seele auftritt in all seiner Fülle, wie er auf Erden als göttlicher Mensch aufgetreten ist, und sich von nichts beirren lässt, stets als größtes Vorbild voran geht, dem man folgen kann, ohne seine Taten mit dem Verstand zu erfassen – solange das Herz dem Christus dargeboten wird als Wohnstätte seiner Heiligkeit, von der aus er wirken kann.

12Da redete Jesus abermals zu ihnen und sprach: Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, der wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben.

13Da sprachen die Pharisäer zu ihm: Du gibst Zeugnis von dir selbst; dein Zeugnis ist nicht wahr.

14Jesus antwortete und sprach zu ihnen: Auch wenn ich von mir selbst zeuge, ist mein Zeugnis wahr; denn ich weiß, woher ich gekommen bin und wohin ich gehe; ihr aber wisst nicht, woher ich komme oder wohin ich gehe.

15Ihr richtet nach dem Fleisch, ich richte niemand.

16Wenn ich aber richte, so ist mein Richten gerecht; denn ich bin’s nicht allein, sondern ich und der Vater, der mich gesandt hat.

17Auch steht in eurem Gesetz geschrieben, dass zweier Menschen Zeugnis als wahr gelte vor Gericht.

18Ich bin’s, der von sich selbst zeugt; und der Vater, der mich gesandt hat, zeugt auch von mir.

19Da fragten sie ihn: Wo ist dein Vater? Jesus antwortete: Ihr kennt weder mich noch meinen Vater; wenn ihr mich kenntet, so kenntet ihr auch meinen Vater.

20Diese Worte redete Jesus an dem Gotteskasten, als er lehrte im Tempel; und niemand ergriff ihn, denn seine Stunde war noch nicht gekommen.

21Da sprach Jesus abermals zu ihnen: Ich gehe hinweg und ihr werdet mich suchen und in eurer Sünde sterben. Wo ich hingehe, da könnt ihr nicht hinkommen.

22Da sprachen die Juden: Will er sich denn selbst töten, dass er sagt: Wohin ich gehe, da könnt ihr nicht hinkommen?

23Und er sprach zu ihnen: Ihr seid von unten her, ich bin von oben her; ihr seid von dieser Welt, ich bin nicht von dieser Welt.

24Darum habe ich euch gesagt, dass ihr sterben werdet in euren Sünden; denn wenn ihr nicht glaubt, dass ich es bin, werdet ihr sterben in euren Sünden.

25Da fragten sie ihn: Wer bist du denn? Und Jesus sprach zu ihnen: Zuerst das, was ich euch auch sage.

26Ich habe viel von euch zu reden und zu richten. Aber der mich gesandt hat, ist wahrhaftig, und was ich von ihm gehört habe, das rede ich zu der Welt.

27Sie verstanden aber nicht, dass er zu ihnen vom Vater sprach.

28Da sprach Jesus zu ihnen: Wenn ihr den Menschensohn erhöhen werdet, dann werdet ihr erkennen, dass ich es bin und nichts von mir selber tue, sondern, wie mich der Vater gelehrt hat, so rede ich.

29Und der mich gesandt hat, ist mit mir. Er lässt mich nicht allein; denn ich tue allezeit, was ihm gefällt.

30Als er das sagte, glaubten viele an ihn.

31Da sprach nun Jesus zu den Juden, die an ihn glaubten: Wenn ihr bleiben werdet an meinem Wort, so seid ihr wahrhaftig meine Jünger

32und werdet die Wahrheit erkennen, und die Wahrheit wird euch frei machen.

33Da antworteten sie ihm: Wir sind Abrahams Kinder und sind niemals jemandes Knecht gewesen. Wie sprichst du dann: Ihr sollt frei werden?

34Jesus antwortete ihnen und sprach: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer Sünde tut, der ist der Sünde Knecht.

35Der Knecht bleibt nicht ewig im Haus; der Sohn bleibt ewig.

36Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei.

37Ich weiß wohl, dass ihr Abrahams Kinder seid; aber ihr sucht mich zu töten, denn mein Wort findet bei euch keinen Raum.

38Ich rede, was ich von meinem Vater gesehen habe; und ihr tut, was ihr von eurem Vater gehört habt.

39Sie antworteten und sprachen zu ihm: Abraham ist unser Vater. Spricht Jesus zu ihnen: Wenn ihr Abrahams Kinder wärt, so tätet ihr Abrahams Werke.

40Nun aber sucht ihr mich zu töten, einen Menschen, der euch die Wahrheit gesagt hat, wie ich sie von Gott gehört habe. Das hat Abraham nicht getan.

41Ihr tut die Werke eures Vaters.

Da sprachen sie zu ihm: Wir sind nicht unehelich geboren; wir haben einen Vater: Gott.

42Jesus sprach zu ihnen: Wäre Gott euer Vater, so liebtet ihr mich; denn ich bin von Gott ausgegangen und komme von ihm; denn ich bin nicht von selbst gekommen, sondern er hat mich gesandt.

43Warum versteht ihr denn meine Sprache nicht? Weil ihr mein Wort nicht hören könnt!

44Ihr habt den Teufel zum Vater, und nach eures Vaters Gelüste wollt ihr tun. Der ist ein Mörder von Anfang an und steht nicht in der Wahrheit; denn die Wahrheit ist nicht in ihm. Wenn er Lügen redet, so spricht er aus dem Eigenen; denn er ist ein Lügner und der Vater der Lüge.

45Weil ich aber die Wahrheit sage, glaubt ihr mir nicht.

46Wer von euch kann mich einer Sünde zeihen? Wenn ich aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr mir nicht?

47Wer von Gott ist, der hört Gottes Worte; ihr hört darum nicht, weil ihr nicht von Gott seid.

48Da antworteten die Juden und sprachen zu ihm: Sagen wir nicht mit Recht, dass du ein Samariter bist und einen bösen Geist hast?

49Jesus antwortete: Ich habe keinen bösen Geist, sondern ich ehre meinen Vater, aber ihr nehmt mir die Ehre.

50Ich suche nicht meine Ehre; es ist aber einer, der sie sucht, und er richtet.

51Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht sehen in Ewigkeit.

52Da sprachen die Juden zu ihm: Nun wissen wir sicher, dass du einen bösen Geist hast! Abraham ist gestorben und die Propheten, und du sprichst: Wer mein Wort hält, der wird den Tod nicht schmecken in Ewigkeit?!

53Bist du etwa mehr als unser Vater Abraham, der schließlich gestorben ist? Und auch die Propheten sind gestorben – was machst du nur aus dir selbst?

54Jesus antwortete: Wenn ich mich selber ehre, so ist meine Ehre nichts. Es ist aber mein Vater, der mich ehrt, von dem ihr sagt: Er ist unser Gott;

55und ihr kennt ihn nicht; ich aber kenne ihn. Und wenn ich sagen wollte: Ich kenne ihn nicht, so würde ich ein Lügner, wie ihr seid. Aber ich kenne ihn und halte sein Wort.

56Abraham, euer Vater, wurde froh, dass er meinen Tag sehen sollte, und er sah ihn und freute sich.

57Da sprachen die Juden zu ihm: Du bist noch nicht fünfzig Jahre alt und hast Abraham gesehen?

58Jesus sprach zu ihnen: Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Ehe Abraham wurde, bin ich.

59Da hoben sie Steine auf, um auf ihn zu werfen. Aber Jesus verbarg sich und ging zum Tempel hinaus.

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