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8. Dezember – der Urbeginn

8. Dezember 2014

Im Urbeginn war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dasselbe war im Urbeginn bei Gott.

Alles ist durch dasselbe geworden, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was geworden ist.

In demselben war Leben, und das Leben ward das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht erfasst.

Wir fahren heute zunächst wieder ein wenig fort mit der mühsam-abstrakten Auslegung der johanneischen Eingangsworte im Bezug auf die Entstehung des sogenannten physikalischen Universums, wie sie uns die moderne Wissenschaft bestätigen kann. Dabei ist für eine urchristliche Einweihung weiterhin nicht sehr wichtig, dass es im Abstrakten verstanden wird. Wichtiger ist, dass im Grundsatz eingesehen wird, dass keinerlei Widerspruch existieren kann zwischen Wissen, im Sinne von rationalem, abstraktem Verständnis einerseits, und ‚Glauben‘ im christlichen Sinn andererseits. Der Glaube ist in seiner höchsten Form nämlich gerade ein durchgeistigtes Wissen, das in dieser Form zwar niemandem logisch beweisbar ist, das aber auch nicht widerlegbar ist im Rahmen der selben Logik. Glaube hat deshalb nicht an sich Erkenntniswert – doch ist er anfangs Voraussetzung für Erkenntnis überhaupt (nämlich als der ‚Urglaube‘ an die Existenz einer objektiven Realität) und letztlich veredelt ein bewusst gelebter und mit Verständnis durchtränkter Glaube (= der ‚Heilige Geist‘) sogar eine jede rein-logische Erkenntnis erst zur subjektiven Einsicht in die Seligkeit. Dazwischen herrscht das Logische, zu Recht.

Im zweiten Vers heißt es also vom ‚Wort‘, vom ‚Logos‘: Dasselbe war im Urbeginn bei Gott.

Noch einmal wird damit klar betont – wenn man es denn auf das rein Materielle beziehen möchte: Die gesamte kosmische Substanz, die physikalische ‚Materie‘ und mit ihr auch alles, was sich einmal an menschlicher Wirklichkeit aus ihr ergibt, ist also im hypothetischen Moment ‚vor dem materiellen Urknall‘ – ‚im Urbeginn/Anfang des Kosmos‘ – nur vorhanden in einer reinen ‚Geistigkeit‘ (‚bei Gott‘), im noch immateriellen ‚Nichts‘ konzentriert als ein unendliches Energiepotential, das materialistisch betrachtet deshalb nicht näher definierbar ist, das nur als theoretische ‚mathematische Singularität‘ in den welt-erklärenden Formeln der Physikprofessoren erscheint – in dem aber mindestens ‚indirekt‘ bereits alles enthalten sein muss, was war, ist und sein wird.

Als Essenz für die Seele ziehe man heraus: Selbst die vermeintlich ‚gottlose‘ Wissenschaft bestätigt uns heute eindeutig, dass ‚am Anfang der Zeit‘, und in aller Existenz, die möglicherweise ‚davor‘ oder ’nach‘ dieser Zeit schon war und noch sein wird, wir alle, als ganz konkrete heutige Menschen, noch in gänzlicher Einheit mit ‚Gott dem Vater‘ – mit dem ewigen Gesetz der Welt – existieren als ‚geistiges‘ (= ’naturgesetzliches‘) Potential, das eines Tages verwirklicht werden wird auch im Laufe der materiellen, linearen Zeit.

Und es ist der Christus in der eigenen Seele, der uns dazu verhilft, diese ursprüngliche Einheit mit dem allumfassenden ‚Vatergott‘ nicht bloß abstrakt zu begreifen, sondern sie selbst zu erleben als geistig-seelische Tatsache. Der heutige Abschnitt also sei durchlebt in dem Bewusstsein, dass dieser Christus in der eigenen Seele genauso wirkt, wie Jesus Christus damals in Palästina gewirkt hat als der gottgesandte Vermittler zwischen Gottvater im Himmel und Menschenkindern auf Erden, gnädige Gerechtigkeit herstellend.

40Einige nun aus dem Volk, die diese Worte hörten, sprachen: Dieser ist wahrhaftig der Prophet.

41Andere sprachen: Er ist der Christus. Wieder andere sprachen: Soll der Christus aus Galiläa kommen?

42Sagt nicht die Schrift: Aus dem Geschlecht Davids und aus dem Ort Bethlehem, wo David war, soll der Christus kommen?

43So entstand seinetwegen Zwietracht im Volk.

44Es wollten aber einige ihn ergreifen; aber niemand legte Hand an ihn.

45Die Knechte kamen zu den Hohenpriestern und Pharisäern; und die fragten sie: Warum habt ihr ihn nicht gebracht?

46Die Knechte antworteten: Noch nie hat ein Mensch so geredet wie dieser.

47Da antworteten ihnen die Pharisäer: Habt ihr euch auch verführen lassen?

48Glaubt denn einer von den Oberen oder Pharisäern an ihn?

49Nur das Volk tut’s, das nichts vom Gesetz weiß; verflucht ist es.

50Spricht zu ihnen Nikodemus, der vormals zu ihm gekommen war und der einer von ihnen war:

51Richtet denn unser Gesetz einen Menschen, ehe man ihn verhört und erkannt hat, was er tut?

52Sie antworteten und sprachen zu ihm: Bist du auch ein Galiläer? Forsche und sieh: Aus Galiläa steht kein Prophet auf.

53Und jeder ging heim.

Jesus aber ging zum Ölberg.

2Und frühmorgens kam er wieder in den Tempel, und alles Volk kam zu ihm, und er setzte sich und lehrte sie.

3Aber die Schriftgelehrten und Pharisäer brachten eine Frau, beim Ehebruch ergriffen, und stellten sie in die Mitte

4und sprachen zu ihm: Meister, diese Frau ist auf frischer Tat beim Ehebruch ergriffen worden.

5Mose aber hat uns im Gesetz geboten, solche Frauen zu steinigen. Was sagst du?

6Das sagten sie aber, ihn zu versuchen, damit sie ihn verklagen könnten. Aber Jesus bückte sich und schrieb mit dem Finger auf die Erde.

7Als sie nun fortfuhren, ihn zu fragen, richtete er sich auf und sprach zu ihnen: Wer unter euch ohne Sünde ist, der werfe den ersten Stein auf sie.

8Und er bückte sich wieder und schrieb auf die Erde.

9Als sie aber das hörten, gingen sie weg, einer nach dem andern, die Ältesten zuerst; und Jesus blieb allein mit der Frau, die in der Mitte stand.

10Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt?

11Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.

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