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4. Dezember – die Mission

4. Dezember 2014

Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und Gott war das Wort.

Dieses war im Anfang bei Gott.

Alles ist durch dasselbe gemacht, und ohne dasselbe ist nichts gemacht, was geworden ist.

In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

Und das Licht scheint in der Finsternis, und die Finsternis hat’s nicht erfasst.

Heute ein letztes Mal einige ganz allgemeine Hinweise für die kommenden Wochen: Im Text insbesondere der ersten zwölf Kapitel des Evangeliums nach Johannes sei stets alles geschilderte äußere Geschehen als imaginatives Symbol eingesehen für innere, seelische Prozesse desjenigen Menschen, der sich entschließt, dem Vorbild Jesu Christi zu folgen. Die Figur des Jesus Christus entspricht dabei also stets dem ‚Höchsten Selbst‘ des einzelnen Menschen (und gleichzeitig der Menschheit als Ganzes), wie es wirken kann in der eignen Seele, das es zu erkennen gilt als Erlösendes, dem es zu folgen gilt, das es letztlich in all seiner Pracht zu erleben gilt und dessen historische Wundertaten sich also für die ihm Nachstrebenden als Wunder in der eigenen Seele reflektieren werden, wenn sie ihn in der Seele wirken lassen, wie Er selbst als historische Person im Volk Israels und in dessen Nachbarvölkern gewirkt hat.

Das Volk Israels entspricht dabei etwa der angeborenen und anerzogenen Persönlichkeit, die verschiedenen Nicht-Juden dagegen entsprechen etwa den mannigfaltigen unbewussten Persönlichkeitsanteilen, die aus eher zufälligen Umgebungseinflüssen entsprungen sind. Doch all solche Entsprechungen, die sich in Worten angeben lassen, dürfen nicht zu stringent verstanden werden – mit der Zeit werden sich von selbst Zuordnungsoptionen ergeben, auf die auftretenden Figuren, die erwähnten Volksgruppen und Gesellschaftsschichten, und auch auf die besuchten geografischen Orte, ja, vielleicht sogar auf historische Bauwerke bezogen. Schlicht alles in dem Text Erwähnte repräsentiert einen bestimmten Aspekt des menschlichen Seelenlebens, wie es sich gestaltet, wenn man auf dem tatsächlichen Weg zur ‚Religion‘, zur ‚Rückbindung an die Himmel des allmächtigen Vatergottes‘ schreitet.

Jesus Christus zeigt sich im heutigen recht langen Abschnitt des Johannes-Textes nun insbesondere als die Erfüllung dessen, was Mose und die Alten Schriften prophezeit hatten. Auf die individuelle menschliche Seelenentwicklung bezogen scheidet sich hier ‚die Spreu vom Weizen‘ in dem Sinne, dass sich entscheidet, ob man die tradierten Ideale, zu denen man sich vollmundig bekennt, auch tatsächlich ins eigene Wesen aufgenommen hat, indem man sie nicht bloß ’nachbetet‘, sondern sie auch aus sich selbst heraus eingesehen hat, und vor allem: ob man nach ihnen auch wirklich zu handeln schafft. Unterbewusst wirkt der eine allmächtige Gott zwar zwangsläufig durch einen jeden von uns Menschen – auch durch den ‚Bösesten‘. Doch nur beim Tun des Guten wirkt Gott in bewusster Weise und zum Heil dieser guten Seele. Beim Tun des Bösen leidet zwar nicht die Welt insgesamt Schaden durch die Taten, aber indem Gott in dem auf solche Weise Handelnden nur unbewusst wirken kann, geht dieser ‚Böse‘ seiner Seele für die Zeit seiner Taten verlustig und damit entsagt er auch der wahren Glückseligkeit als Individuum.

Als nun Jesus erfuhr, dass den Pharisäern zu Ohren gekommen war, dass er mehr zu Jüngern machte und taufte als Johannes

2– obwohl Jesus nicht selber taufte, sondern seine Jünger –,

3verließ er Judäa und ging wieder nach Galiläa.

4Er musste aber durch Samarien reisen.

5Da kam er in eine Stadt Samariens, die heißt Sychar, nahe bei dem Feld, das Jakob seinem Sohn Josef gab.

6Es war aber dort Jakobs Brunnen. Weil nun Jesus müde war von der Reise, setzte er sich am Brunnen nieder; es war um die sechste Stunde.

7Da kommt eine Frau aus Samarien, um Wasser zu schöpfen. Jesus spricht zu ihr: Gib mir zu trinken!

8Denn seine Jünger waren in die Stadt gegangen, um Essen zu kaufen.

9Da spricht die samaritische Frau zu ihm: Wie, du bittest mich um etwas zu trinken, der du ein Jude bist und ich eine samaritische Frau? Denn die Juden haben keine Gemeinschaft mit den Samaritern. –

10Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wenn du erkenntest die Gabe Gottes und wer der ist, der zu dir sagt: Gib mir zu trinken!, du bätest ihn und er gäbe dir lebendiges Wasser.

11Spricht zu ihm die Frau: Herr, hast du doch nichts, womit du schöpfen könntest, und der Brunnen ist tief; woher hast du dann lebendiges Wasser?

12Bist du mehr als unser Vater Jakob, der uns diesen Brunnen gegeben hat? Und er hat daraus getrunken und seine Kinder und sein Vieh.

13Jesus antwortete und sprach zu ihr: Wer von diesem Wasser trinkt, den wird wieder dürsten;

14wer aber von dem Wasser trinken wird, das ich ihm gebe, den wird in Ewigkeit nicht dürsten, sondern das Wasser, das ich ihm geben werde, das wird in ihm eine Quelle des Wassers werden, das in das ewige Leben quillt.

15Spricht die Frau zu ihm: Herr, gib mir solches Wasser, damit mich nicht dürstet und ich nicht herkommen muss, um zu schöpfen!

16Jesus spricht zu ihr: Geh hin, ruf deinen Mann und komm wieder her!

17Die Frau antwortete und sprach zu ihm: Ich habe keinen Mann. Jesus spricht zu ihr: Du hast recht geantwortet: Ich habe keinen Mann.

18Fünf Männer hast du gehabt, und der, den du jetzt hast, ist nicht dein Mann; das hast du recht gesagt.

19Die Frau spricht zu ihm: Herr, ich sehe, dass du ein Prophet bist.

20Unsere Väter haben auf diesem Berge angebetet, und ihr sagt, in Jerusalem sei die Stätte, wo man anbeten soll.

21Jesus spricht zu ihr: Glaube mir, Frau, es kommt die Zeit, dass ihr weder auf diesem Berge noch in Jerusalem den Vater anbeten werdet.

22Ihr wisst nicht, was ihr anbetet; wir wissen aber, was wir anbeten; denn das Heil kommt von den Juden.

23Aber es kommt die Zeit und ist schon jetzt, in der die wahren Anbeter den Vater anbeten werden im Geist und in der Wahrheit; denn auch der Vater will solche Anbeter haben.

24Gott ist Geist, und die ihn anbeten, die müssen ihn im Geist und in der Wahrheit anbeten.

25Spricht die Frau zu ihm: Ich weiß, dass der Messias kommt, der da Christus heißt. Wenn dieser kommt, wird er uns alles verkündigen.

26Jesus spricht zu ihr: Ich bin’s, der mit dir redet.

27Unterdessen kamen seine Jünger, und sie wunderten sich, dass er mit einer Frau redete; doch sagte niemand: Was fragst du?, oder: Was redest du mit ihr?

28Da ließ die Frau ihren Krug stehen und ging in die Stadt und spricht zu den Leuten:

29Kommt, seht einen Menschen, der mir alles gesagt hat, was ich getan habe, ob er nicht der Christus sei!

30Da gingen sie aus der Stadt heraus und kamen zu ihm.

31Inzwischen mahnten ihn die Jünger und sprachen: Rabbi, iss!

32Er aber sprach zu ihnen: Ich habe eine Speise zu essen, von der ihr nicht wisst.

33Da sprachen die Jünger untereinander: Hat ihm jemand zu essen gebracht?

34Jesus spricht zu ihnen: Meine Speise ist die, dass ich tue den Willen dessen, der mich gesandt hat, und vollende sein Werk.

35Sagt ihr nicht selber: Es sind noch vier Monate, dann kommt die Ernte? Siehe, ich sage euch: Hebt eure Augen auf und seht auf die Felder, denn sie sind reif zur Ernte.

36Wer erntet, empfängt schon seinen Lohn und sammelt Frucht zum ewigen Leben, damit sich miteinander freuen, der da sät und der da erntet.

37Denn hier ist der Spruch wahr: Der eine sät, der andere erntet.

38Ich habe euch gesandt zu ernten, wo ihr nicht gearbeitet habt; andere haben gearbeitet, und euch ist ihre Arbeit zugute gekommen.

39Es glaubten aber an ihn viele der Samariter aus dieser Stadt um der Rede der Frau willen, die bezeugte: Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe.

40Als nun die Samariter zu ihm kamen, baten sie ihn, bei ihnen zu bleiben; und er blieb zwei Tage da.

41Und noch viel mehr glaubten um seines Wortes willen

42und sprachen zu der Frau: Von nun an glauben wir nicht mehr um deiner Rede willen; denn wir haben selber gehört und erkannt: Dieser ist wahrlich der Welt Heiland.

43Aber nach zwei Tagen ging er von dort weiter nach Galiläa.

44Denn er selber, Jesus, bezeugte, dass ein Prophet daheim nichts gilt.

45Als er nun nach Galiläa kam, nahmen ihn die Galiläer auf, die alles gesehen hatten, was er in Jerusalem auf dem Fest getan hatte; denn sie waren auch zum Fest gekommen.

46Und Jesus kam abermals nach Kana in Galiläa, wo er das Wasser zu Wein gemacht hatte. Und es war ein Mann im Dienst des Königs; dessen Sohn lag krank in Kapernaum.

47Dieser hörte, dass Jesus aus Judäa nach Galiläa kam, und ging hin zu ihm und bat ihn, herabzukommen und seinem Sohn zu helfen; denn der war todkrank.

48Und Jesus sprach zu ihm: Wenn ihr nicht Zeichen und Wunder seht, so glaubt ihr nicht.

49Der Mann sprach zu ihm: Herr, komm herab, ehe mein Kind stirbt!

50Jesus spricht zu ihm: Geh hin, dein Sohn lebt! Der Mensch glaubte dem Wort, das Jesus zu ihm sagte, und ging hin.

51Und während er hinabging, begegneten ihm seine Knechte und sagten: Dein Kind lebt.

52Da erforschte er von ihnen die Stunde, in der es besser mit ihm geworden war. Und sie antworteten ihm: Gestern um die siebente Stunde verließ ihn das Fieber.

53Da merkte der Vater, dass es die Stunde war, in der Jesus zu ihm gesagt hatte: Dein Sohn lebt. Und er glaubte mit seinem ganzen Hause.

54Das ist nun das zweite Zeichen, das Jesus tat, als er aus Judäa nach Galiläa kam.

Es war aber ein Mensch unter den Pharisäern mit Namen Nikodemus, einer von den Oberen der Juden.

2Der kam zu Jesus bei Nacht und sprach zu ihm: Meister, wir wissen, du bist ein Lehrer, von Gott gekommen; denn niemand kann die Zeichen tun, die du tust, es sei denn Gott mit ihm.

3Jesus antwortete und sprach zu ihm: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand von neuem geboren werde, so kann er das Reich Gottes nicht sehen.

4Nikodemus spricht zu ihm: Wie kann ein Mensch geboren werden, wenn er alt ist? Kann er denn wieder in seiner Mutter Leib gehen und geboren werden?

5Jesus antwortete: Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Es sei denn, dass jemand geboren werde aus Wasser und Geist, so kann er nicht in das Reich Gottes kommen.

6Was vom Fleisch geboren ist, das ist Fleisch; und was vom Geist geboren ist, das ist Geist.

7Wundere dich nicht, dass ich dir gesagt habe: Ihr müsst von neuem geboren werden.

8Der Wind bläst, wo er will, und du hörst sein Sausen wohl; aber du weißt nicht, woher er kommt und wohin er fährt. So ist es bei jedem, der aus dem Geist geboren ist.

9Nikodemus antwortete und sprach zu ihm: Wie kann dies geschehen?

10Jesus antwortete und sprach zu ihm: Bist du Israels Lehrer und weißt das nicht?

11Wahrlich, wahrlich, ich sage dir: Wir reden, was wir wissen, und bezeugen, was wir gesehen haben; ihr aber nehmt unser Zeugnis nicht an.

12Glaubt ihr nicht, wenn ich euch von irdischen Dingen sage, wie werdet ihr glauben, wenn ich euch von himmlischen Dingen sage?

13Und niemand ist gen Himmel aufgefahren außer dem, der vom Himmel herabgekommen ist, nämlich der Menschensohn.

14Und wie Mose in der Wüste die Schlange erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,

15damit alle, die an ihn glauben, das ewige Leben haben.

16Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einziggeborenen Sohn gab, damit alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

17Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, dass er die Welt richte, sondern dass die Welt durch ihn gerettet werde.

18Wer an ihn glaubt, der wird nicht gerichtet; wer aber nicht glaubt, der ist schon gerichtet, denn er glaubt nicht an den Namen des eingeborenen Sohnes Gottes.

19Das ist aber das Gericht, dass das Licht in die Welt gekommen ist, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht, denn ihre Werke waren böse.

20Wer Böses tut, der hasst das Licht und kommt nicht zu dem Licht, damit seine Werke nicht aufgedeckt werden.

21Wer aber die Wahrheit tut, der kommt zu dem Licht, damit offenbar wird, dass seine Werke in Gott getan sind.

22Danach kam Jesus mit seinen Jüngern in das Land Judäa und blieb dort eine Weile mit ihnen und taufte.

23Johannes aber taufte auch noch in Änon, nahe bei Salim, denn es war da viel Wasser; und sie kamen und ließen sich taufen.

24Denn Johannes war noch nicht ins Gefängnis geworfen.

25Da erhob sich ein Streit zwischen den Jüngern des Johannes und einem Juden über die Reinigung.

26Und sie kamen zu Johannes und sprachen zu ihm: Meister, der bei dir war jenseits des Jordans, von dem du Zeugnis gegeben hast, siehe, der tauft, und jedermann kommt zu ihm.

27Johannes antwortete und sprach: Ein Mensch kann nichts nehmen, wenn es ihm nicht vom Himmel gegeben ist.

28Ihr selbst seid meine Zeugen, dass ich gesagt habe: Ich bin nicht der Christus, sondern vor ihm her gesandt.

29Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich sehr über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt.

30Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.

31Der von oben her kommt, ist über allen. Wer von der Erde ist, der ist von der Erde und redet von der Erde. Der vom Himmel kommt, der ist über allen

32und bezeugt, was er gesehen und gehört hat; und sein Zeugnis nimmt niemand an.

33Wer es aber annimmt, der besiegelt, dass Gott wahrhaftig ist.

34Denn der, den Gott gesandt hat, redet Gottes Worte; denn Gott gibt den Geist ohne Maß.

35Der Vater hat den Sohn lieb und hat ihm alles in seine Hand gegeben.

36Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. Wer aber dem Sohn nicht gehorsam ist, der wird das Leben nicht sehen, sondern der Zorn Gottes bleibt über ihm.

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