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BRID, der wahre BUND

8. Mai 2014

Die Bundesrepublik Internationales Deutschland

Entschärfung eines gefährlichen Narrativs.

Nein – „Frei“ wird Deutschland (und Europa) erstmal nicht. Das „Transatlantische Bündnis“ ist in der Tat noch einige Jahrzehnte lang „alternativlos“. Soviel Pragmatismus muss sein.

150 Jahre der Besatzung mussten selbst die stolzen Ungarn einst überleben – jenes große Volk also, das vor tausend Jahren die Einheit der Deutschen Völker erst begründet hat, als auf dem Lechfeld unter Otto dem Großen Europäische Geschichte geschrieben wurde. Und 150 Jahre der „Besatzung“ – wenn diese heute auch meist anders verklausuliert wird – wird auch das Deutsche Volk brauchen, um die Schmach von einst, die bis heute andauert, zu transformieren – gerade nicht in irgendeinen rekonstruierten „Ausgangszustand“ (wann auch immer dieser dann anzusetzen sei, Stichwort 1871er-Verfassung, etc.), sondern in ein Neues, Besseres, Reiferes, das zudem ohne die vorherige „Phase der Läuterung“ nicht hätte entstehen können in dieser Pracht.

Diese „Phase der Läuterung“ wurde eingeläutet mit einer Schmach, einer Schmach, die das Deutsche Volk, würde man es personifizieren, wohl rückblickend erlebt hätte als einen Nervenzusammenbruch, begleitet von einem verheerenden Amoklauf mit anschließender Einweisung in die geschlossene Nervenheilanstalt, in der man es anfangs mit Elektroschocktherapie und Gehirnwäschefilmchen, später dann „subtiler“, mit Beruhigungspillen und Gesprächstherapie in der Zwangsjacke, zu „heilen“ gedachte – und vielleicht hätte es ja auch geklappt und die Persönlichkeit des Patienten wäre einfach so, ganz sanft und sachte … verblichen. Doch „leider“ tauchten nach und nach immer mehr Ärzte und Pflegekräfte in der Anstalt auf, die ihre ganz eigenen Interessen hatten und auch schon mal die Patienten zu fragwürdigen Medikamententests missbrauchten. Fast noch schlimmer wurde es, als nach einer kurzen Phase des zumindest zeitweilig aufflammenden Patientenaufstands eine ganz neue Therapieform auch ganz offiziell eingeführt wurde: eine Art „Method-Acting“ des Anstaltspersonals, um den Patienten mittels Hypnosetechniken und einer entsprechenden „Diät“ vorzugauckeln, sie lebten ganz freiwillig in diesem wunderbaren Haus mit all den netten Leuten. So begann auch der Patient „Deutsches Volk“ damit, sich völlig „frei“ zu fühlen. Zugegeben: Sein Unterbewusstsein erinnerte ihn hier und da mal daran, dass da doch iiiirgendwas nicht stimmt … und diese brachialen Versuche der Realitätsanerkennung seitens des gut-verdrängten Unterbewussten fanden meist statt in Form von irritierenden bis erschreckenden „Flashbacks“, also (teilweise verzerrten) Erinnerungsfetzen aus einer Zeit, die ihm in ihrer Gänze nur noch als „die Große Schmach“ im Gedächtnis prangt, untermalt mit Bildern von Leichenbergen und dem dröhnenden Klang des Stechschrittes marschierender Soldaten zu Militärkapellenmusik.

Diese „Große Schmach“, nämlich der „Amoklauf“ samt Vor- und Nachspiel, der unsern Patienten überhaupt erst in seine jetzige Situation gebracht zu haben scheint, ist genaugenommen jedoch eine dreifache Schmach (wenn auch das „Gemetzel“ naturgemäß zunächst im Vordergrund steht, wenn man sich zurückerinnert).

Von „Schmach“ und „Läuterung“ …

Es beginnt schon mit der Schmach einer geistigen Verführung, wie sie im Jahre 1933 ihre Vollendung fand, als eine einzige fanatische Idee mit zwar unterschwelligem, aber umso höherem Aggressionspotential endgültig alles Handeln des Organismus zu steuern begann: die Idee der eigenen Überlegenheit, Höherwertigkeit – kurz: die Egomanie einer ganzen Nation, noch im Raupenstadium damals als bloßes „Selbstbewusstsein“ erscheinend.

Es ist aber natürlich vor allem die Schmach der jahrelangen Phase einer regelrechten Selbstverstümmelung während besagten Amoklaufs, die auf die Infizierung mit besagter vergifteter Idee sehr bald folgte, insbesondere ab dem Jahre 1942, als man von da an nach und nach – den letzten Rest eines inneren wie äußeren Zögerns, Zweifelns und Zurückruderns inzwischen gänzlich aufgegeben – aus reiner ideologischer Verblendung grob geschätzt die Hälfte der eigenen geistigen Kompetenz in Gestalt einiger der wichtigsten Gehirnstrukturen und bestimmt ein Achtel des gesamten restlichen Volkskörpers aus sich selbst (bei eher sanfter Betäubung) erst mit filigranen Lasertechnologien stellenweise herausschnitt, bald ganze Organbestandteile mit dem Skalpell blindwütend zu totem Gewebe zerschlitzte, und am Ende gar großflächig mit dem Fleischermesser ganze Muskelpartien aus den Extremitäten heraushackte, während man sich sicher war, man massakriere gerade „den Feind“. Und in der Tat: Zum damaligen Zeitpunkt war der größte Feind des Deutschen Volkes das Deutsche Volk selbst, in seiner Verblendung. Wie ein Geisteskranker halt, der davon überzeugt ist, das ein Alienparasit in seinem Frontallappen haust, ein Alpmonster im Innern seiner Brust randaliert und diverse Spinnenkolonien in seinen Oberschenkeln nisten. Da wird schon mal das Messer ausgepackt – und wenn Passanten einen in diesem Zustand vor dem absehbaren Verbluten retten wollen, fangen sie sich schon mal selbst ein paar gefährliche Stiche ein oder verlieren sogar dauerhaft eine Hand …

Und die „Große Schmach“ ist – last but not least – auch die Schmach der (mindestens symbolischen) „Enthauptung“ der Jahre 1945-49, die mit jener Einweisung in die Nervenheilanstalt „BRD“ ihren Abschluss fand.

Die genauen Abläufe des Amoklaufs also sind es – und natürlich auch die Frage, woher die fanatische Idee damals genau kam, die zum Amoklauf erst geführt hat, sowie die Beschäftigung mit dem Schicksal all der ungewollt in den Amoklauf Hineingezogenen, die ihm zum Opfer fielen – all diese komplexen Zusammenhänge sind es, die in kantigen Bildern und knarrenden Tönen hin und wieder ins Bewusstsein dringen, während der Deutsche Patient in seiner Zwangsjacke vor sich hin träumt. Gut 40 Jahre lang. Doch als man ihn dann nach „erfolgreicher“ Akut-Therapie im Jahre 1990 von der Zwangsjacke befreit und ihn sogar ins privilegierte Gebäude A mit Zugang zum Garten umziehen lässt – da verdrängt er all diese gesammelten Erinnerungsbruchstücke ganz schnell wieder im hintersten Stübchen seiner Seele, wo nur die wirklich Nachforschenden sie entdecken. Fast beginnt der Patient sich richtig wohl zu fühlen, oberflächlich zumindest.

Patient U.

Dann kommt der Tag, an dem der Anstaltsleiter, mit einigen Pflegern im Gefolge, den Mitpatienten U. „aus humanitären Gründen“ ins „Gebäude A“ umsiedeln will. Als das höfliche Angebot zu dieser privilegierenden Umzugsmaßnahme nicht ausreicht, um das misstrauische Kerlchen zu überzeugen, wird halt die Spritze rausgeholt – als deren Wirkung immer noch zu lasch ist, greifen die Pfleger kurzerhand zum Baseballschläger. Was macht unser Deutscher Patient beim Anblick dieser Maßnahme? Er hilft den Pflegern – denn er hält sich ja selbst für einen von ihnen … doch in seiner Seele beginnt es plötzlich zu rumoren. Das erste Mal wieder, seit einem Vierteljahrhundert. Erinnerungsfetzen steigen auf, ein Damm scheint gebrochen – er will kein „Pfleger“ mehr sein, und auf keinen Fall einer in Gänsefüßchen …

Der Deutschen „Zeit in der Nervenheilanstalt“ – das ist also jene „Besatzung“, die bis heute anhält. Und es sei hier wenig überraschend vorweggenommen: Ja, sie war bitter nötig, die Einweisung. Die Behandlungsmethoden waren fragwürdig – experimentell halt, einen so „schlimmen Fall“ wie den Deutschen kannte man eben noch nicht. Doch dass es da einiges zu heilen gab, im Geiste des Deutschen Volkes … nein, das hätte nicht nur Nietzsche nie bestritten … Nun mag man die hier besprochene „Nervenheilanstalt“ grundsätzlich als zeitgemäßes Kleid der Hölle brandmarken und hätte sicher gar nicht mal so unrecht damit (dass außerhalb „unserer“ Heilanstalt jedoch schon die nächste warten könnte, die „unsere“ nur umgibt, wie in den Matrioschka-Puppen – das sei hier nur mal als Hypothese für „Romantiker mit Mut zur Wahrheit“ in den Raum gestellt …). Doch wenn der „Patient“ – ob er nun in die Anstalt wollte oder nicht, ob er hineingehört oder nicht – wenn dieser Patient sich eines Tages dazu entschließt, nicht einfach nur irgendwann „rauskommen“ zu wollen, sondern auch die Jahre bis dahin zu nutzen – dann kann aus der Zeit „in der Geschlossenen“ sogar eine wertvolle Lebenserfahrung erwachsen, die auf anderem Wege kaum oder gar nicht zu erzielen gewesen wäre. Keinesfalls soll dies hier ein Plädoyer dafür werden, dass man Menschen Schlimmes antun sollte, damit sie sich „besonders beeindruckend“ entwickeln können. Eine Garantie für eine solche Entwicklung gibt es schließlich nie. Aber es ist ein Plädoyer dafür, das Gute auch (und vielleicht erst Recht!) im Schlechten zu sehen; einfach, um nichts und niemanden je wieder „umsonst“ gewesen sein zu lassen.

Pläne und Spuren …

Der „Fluchtplan“ ist doch längst im Gange – im Unterbewusstsein spielt er sich ab, webt sich sein Netz und schirmt sich ab vom Wachbewusstsein, das seine Maske für die Wärter, Pfleger und Ärzte ist. Hier und da eine kleine Handlung, die für sich genommen harmlos ist. Ein netter Plausch mit dem Nachtwächter, einen Mitpatienten vorm Ersticken an Brotkrumen bewahren. Ganz besonders mit den niedrigrangigen Pflegern gutstellen, geschickt – immer im Bewahren der Würde, der Solidarität mit den Mitgefangenen und vor allem: niemals überhastet. Und nur er selbst wird den Kontext erkennen. So hat er sich schon „neulich“ erst von der Zwangsjacke befreit, befreien „lassen“ – Letztlich waren´s die Ideen von „Moral“, von Gerechtigkeit, von „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ und so weiter, die sich durchsetzten im weltweiten Bewusstsein des einfachen Plebs, der sich neben dieser „Sklavenmoral“ eben auch langsam der Möglichkeiten bewusst wurde, die sich aus ihr ergeben. Und wer hat in den Jahrhunderten zuvor dafür gesorgt, dass insbesondere auf dem Europäischen Kontinent all diese hehren Gedanken der Erleuchteten – wenn auch oft in deutlich profanisierter Form – bis zu den weltlichen Eliten vordrangen, ihren Geist eroberten? (… und wenn auch teilweise sicher nur, weil man sich mit den Untertanen nicht alles versauen wollte, die inzwischen zunehmend an solch hehre Ideale glaubten und auf sie zu pochen begannen …) In Stichworten: Kant und der Deutsche Idealismus, Marx, Schopenhauer und zu guter Letzt … Friedrich Nietzsche, der im Kontext zu den vorher Genannten den notwendigen Kontrapunkt setzte und implizit die „Katastrophe“ heiligend begrüßte, die dann spätestens 14 Jahre nach seinem Tod ausbrach – obwohl sie natürlich eigentlich längst ausgebrochen war, wenn es auch keiner sehen wollte. Gedanken in Deutscher Sprache also waren es an prominenter Stelle, die in den Jahrhunderten zuvor überhaupt erst dafür gesorgt hatten, dass heutzutage in Europa und Nordamerika innerhalb der Bevölkerung ein tatsächlich hohes Bewusstsein für „moralische“ Maßstäbe wie etwa „Gerechtigkeit“, „Ehrlichkeit“ – aber auch beispielsweise für „rassische Solidarität“ vorhanden ist, das den Abendländischen Westen (und hier ist ausdrücklich die einfache Bevölkerung gemeint) insgesamt recht gut davor schützt, dass allzu leicht blutige Kriege untereinander ausbrechen. Zwar werden immer einzelne Mächtige versuchen, solche „Bruderkriege“ auszulösen – doch gerade das tendenziell „rückständige“ Denkmodell einer „rassischen Solidarität“ könnte ein nicht zu vernachlässigender Faktor sein, dass weitgehender (militärischer, längst nicht wirtschaftlicher und ideologischer – doch dazu später mehr) Friede immerhin innerhalb der NATO-Fraktion herrscht. Allein diese „rassische Solidarität“ freilich könnte schnell zu dem führen, das sich die NATO-Kriegstreiber, ihren Handlungen mindestens der letzten 25 Jahre nach zu urteilen, sehnlichst wünschen: Ein glühender Hass sämtlicher NATO-Land-Bewohner auf alles Nicht-NATO-“Integrierte“ … Mit dem „Kalten“ Krieg war das ja irgendwie so schön einfach …

Doch neben dieser fragwürdigen „rassischen Solidarität“ sind glücklicherweise auch kulturelle, „zivilisatorische“ Zusammengehörigkeitsgefühle entstanden, die so weit über persönliche Bekanntschaft hinausgehen, dass allein das Wissen, jemand nutze das gleiche internationale Datennetzwerk wie man selbst, dazu führen kann, dass man ungeheuchelte Solidaritätsgefühle für diese Person vernimmt- und wenn auch zunächst nur für einen Moment. Jeder kleine Schritt ist kostbar. Der Albtraum eines jeden Kriegstreibers, wenn Schluss mit seinem geliebten „divide et impera“ zu drohen scheint … Aber keine Angst, soweit kommt es mit großer Sicherheit nicht in den nächsten Jahrhunderten bis Jahrtausenden. Jeder derzeit lebende Kriegsprofiteur darf also ungeniert für all die hier dargelegten Zukunftswünsche mitbeten, sofern er keine in die fernste Zukunft reichende Dynastie von Kriegstreibern zu begründen gedenkt.

Freigang …

Aber zurück zur Situation um die „Entfernung der Zwangsjacke“, als West- und besonders Ost-(Ex-)“Alliierte“ Gnade walten ließen, endlich das perfide „Good-Pfleger/Bad-Pfleger“-Spielchen aufgaben, das die Psyche des Patienten inzwischen ohnehin längst fatal gebrochen hatte (inzwischen hieß der Patient ja auch nicht mehr „Deutsches Volk“ sondern „Deutsch“ und „Bevölkerung“ – aber nie im selben Satz …). So konnte man ihn wieder ein bisschen freier herumlaufen lassen, orientierungslos wie er war, hin und her gerissen von zwei einander diametral entgegengesetzten, noch dazu jeweils von fremden Mächten ohne Rücksicht auf Verluste aufgepropften Ideologien, deren Eine nun auch noch plötzlich zur Nichtvorhandenheit erklärt wurde, weil sie ja „immer schon die Fremde“ war. Und mit „Fremdem“ soll man sich grundsätzlich nicht auseinandersetzen, erst Recht nicht mit solchem „Fremdem“, das einen selbst Jahrzehntelang geprägt hat?! Naaaaja … Aber „einfach“ ist „einfach“. Und wenn das Volk es sich oberflächlich gefallen lässt, dann lässt es es sich – aus der Sicht der Herrschenden – logischerweise hinreichend gefallen. Punkt. Wer diesen Herrschenden deshalb „Unmoral“ vorwirft, sollte sich mit Nietzsche unterhalten.

So konnte man „Bevölkerung: Deutsch“ möglichst identitätslos halten und den Patienten sogar hier und da mal kleinere Hilfsaufgaben „zu machen erlauben“ – er war ja inzwischen „Fan“ der Pfleger und Ärzte und wollte selbst einer werden, wenn er mal groß ist. Eine Vergangenheit hatte er ja nicht, das war ja … die „Idee“ …

Zugegeben: die Umstände 1989/90 waren glücklich, als die „Anstaltsphilosophie“ gerade allgemein so arg im Umbruch war damals, „musste“ sie sich doch auf einmal nicht mehr auf das langweilige „Böser-Russe“-Geplärre versteifen, sondern „durfte“ sich über ganz eigenständig auserkorene „Werte“ definieren. Nebenbei: Wieder war das Ungarische Volk ein wichtiger Faktor der Europäisch-Deutschen Geschichte, indem es mit der Öffnung des Eisernen Vorhangs in der Seele Europas überhaupt erst die Möglichkeit geschaffen hatte, aus sich abzeichnenden wirtschaftlichen Umbrüchen im damaligen Sowjet-Reich, das schon länger unübersehbar im Zerfall begriffen war, auch ein ganz konkret gesellschaftspolitisches Umdenken herauszudestillieren, das dann letztlich zum pompösen bilateralen Versöhnungsschauspiel der zwei Blockmächte führte.

Aber dass „Ideologien“ überhaupt im 20. Jahrhundert eine so dermaßen wirkmächtige Rolle spielen konnten, das ist – im Guten wie im Schlechten – in vielerlei Hinsicht eine langfristige Folge gerade der Deutschen Kultur, die als letzte Europäische Teilkultur mit eigenen Beiträgen die Abendländische Philosophie-Tradition fortgeführt und bereichert hat, nachdem Kant die Fackel einst feierlich von Descartes überreicht bekommen hatte. Heute brennt das Feuer freilich als Folge der damaligen Selbstverstümmelung in vielen „Völkern“ (sprich: Kulturen) weiter, wenn auch leider meistenfalls noch nicht erkennbar fortschrittlich in den vergangenen 50 Jahren; aber die Anknüpfungspunkte der alten Abendländischen Tradition sind heute im kontinentaleuropäischen (Frankreichs Poststrukturalisten; Deutschlands Anthropologen), wie auch im angelsächsischen (linguistic und pragmatic turn bei gleichzeitiger „Kontingenz-Einsicht“ eines Richard Rorty) „Raum“ noch vielfältig vorhanden, auch, weil deutschsprachige Philosophen wie Ludwig Wittgenstein, Hannah Arendt (die natürlich auch „Philosophin“ ist, ob sie will oder nicht, Stichwort „Politische Theoretikerin“ – aber man versteht vielleicht ihre Aversion/Pedanterie in dieser Terminologiefrage, wenn man ihr Denken im Zeitkontext betrachtet) und Karl Popper nach ihrer Emigration in den angelsächsischen Raum die insbesondere in Nordamerika aufblühende, gewissermaßen noch „junge“ Philosophie in einer wichtigen Zeit begleiteten und ihr Impulse gaben. Doch natürlich werden diese geistigen Impulse noch einige Jahrzehnte bis Jahrhunderte brauchen, bis sie an die gesellschaftliche Oberfläche kommen und auch für „die Massen“ anerkannte „Realität“ werden. Die Blütezeiten der (neo-)nordamerikanischen Philosophie liegen eindeutig noch vor uns und werden vielleicht erst in der endgültigen Zerfallszeit des Weltmachtstatus der USA erreicht werden.

Und nun?

Wie oft schlägt unser Deutscher Patient noch mit drauf, auf seinen Mitpatienten U.? Will er sich um jeden Preis die Fernsehprivilegien bewahren? Oder nimmt er eine Woche Isolationshaft in Kauf, um danach mit seinen verbündeten Patienten und Pflegern weiter in aller Ruhe am Ausbruchsplan zu schmieden? Sich das kleine „Fehlverhalten“ womöglich sogar im Nachhinein noch zu Vorteil bringen, indem dem Pfleger-Team mit PR-Gründen argumentierend nahegelegt wird, das für das Ruhighalten des „Patientengesocks“ andere Methoden hilfreich sein könnten und ein Besinnen auf „alte Werte“ von Vorteil für alle sein könnte? Natürlich sollte eine solche Argumentation nicht vorgetragen werden, um sich vor der Strafe von einer Woche Einzelhaft drücken zu können – diese muss stoisch ertragen werden, „stolz“ gar.

Doch zurück in die Theorie jenseits simplifizierender Anthropomorphisierungsmetaphern: Die komplizierte Zeit dieses zuendegehenden „Europäischen Grabesfriedens“ seit 1945 – sie war nötig. Was kommt danach? Ein Plan schließlich existiert ohnehin immer – ob er nun jemals ausgesprochen ward oder über Jahrzehnte und Jahrhunderte nur im schweigsamen Untergrund Gestalt annimmt.

Und exakt an einem solchen Plan wird inzwischen schon fast in der „veröffentlichten Öffentlichkeit“ gearbeitet. Und durch die Schnittstelle Internet gestaltet die gemeine Masse erstmals direkt mit – wenn auch meist blinden Auges und stets von einem aus Sachzwängen geborenen „Zufall“ geleitet, der diese „gemeine Masse“ an ihren Emotionen führt …

Und die „Emotionen“ des Deutschen Volkes manifestieren sich in der harten Realität eben als politische Strömungen verschiedenster Einflussmacht, verschiedensten Institutionalisiertheitsgrades und verschiedenster Methodenpräferenz.

Versuchen wir ein oberflächliches Psychogramm zu umreißen:

Die selbsternannte „Linke“ ist zerplittert, wie man es von ihr kennt. Die Partei „Die Linke“ macht dabei freilich nur einen Teil der linken Manövriermasse aus und ihr einziger Vorzug ist vielleicht, dass sie bereits über halbwegs funktionierende Strukturen verfügt. Im gleichen Atemzug ist anzumerken, dass sie daher auch seit langem schon unterwandert ist von ganz ordinären Opportunisten, die lediglich an einem Parlamentariergehalt interessiert sind (von regelrechter „Feindunterwanderung“ ganz zu schweigen). Aber regierungstechnisch ist die Linke (von einigen Regionen der „Republik“ abgesehen) heutzutage ohnehin fast eine Marginalie.

Die mediale Öffentlichkeit dagegen scheint überraschend fest in der Hand von tendenziell „linken“ Ideologen – allerdings von solchen „Linken“, die ihr Links-Sein allein aus einer uneingeschränkten Unterstützung von Zuwanderung, Gender-Mainstreaming und Transatlantischer Partnerschaft ableiten. Vor allem wegen Letzterem sehen die tatsächlich „alternativen“ Linken der deutschen Gesellschaft die Mainstreammedien eher als „neoliberale Kriegstreiber“, die sich hinter linken Begriffen lediglich verstecken, welche sie dabei auch noch zu bloßen Werkzeugen eines globalisierten kapitalistischen Ausbeutersystems degradieren; indem aus „Zuwanderungsoffenheit“ im Endeffekt Marktdruck auf einheimische Arbeitslose wird, die sich aus Konkurrenzgründen mit Hungerlöhnen und beruflichen Zukunftsängsten zufrieden geben müssen; indem aus „Gleichberechtigung der Geschlechter“ schlicht die Verdopplung der landesweiten Sklavenanzahl entsteht, wodurch es dann auch nicht mehr so leicht auffällt, dass kein Mensch mehr als Alleinverdiener Frau plus Kinder ernähren kann; und indem mit „Partnerschaft“ zwischen Staaten nur noch einseitige Abhängigkeitsverhältnisse gemeint sind, die ohne direkte (rein-physische) Gewaltanwendung aufrechterhalten werden können.

Die Deutsche Linke muss sich also retten – womöglich mit unorthodoxen Methoden.

Die selbsternannte „Rechte“ ist – sofern sie sich tatsächlich öffentlich als solche bekennt – de facto verboten in der BRD. Und erlaubt war sie auch nie. Zumindest, sofern man neben Konservativismus auch Nationalismus zum notwendigen Konstituens einer Ideologie rechnet, die als „rechts“ bezeichnet werden kann. Denn Nationalismus wurde von den Siegermächten als der entscheidende Punkt auserkoren, der damals zur Katastrophe geführt habe. Nicht einfach „Rassismus“ oder „Chauvinismus“ – schließlich müssten wir dann ja heutzutage den Chauvinismus der USA und den Rassismus Israels ebenfalls „bekämpfen“, wie es hierzulande mit dem Nationalismus gemacht wird.

So sind die „wirklichen“ selbsternannten Rechten hierzulande, die tatsächlichen Deutschen Nationalisten, eine schweigende Masse. Zumindest, wenn sie ein gewisses Maß an Intelligenz vorweisen können. Aufrichtigkeit ist schön und gut – aber zum Großinquisitor rennen und ihm von Luzifer vorschwärmen war auch im Mittelalter nicht zu empfehlen, selbst wenn man von der moralischen Richtigkeit eines gnostischen Luziferanertums felsenfest überzeugt gewesen wäre …

Die sogenannte „Mitte“ zu guter Letzt ist vermutlich bloß eine hehre Illusion, bzw. ein so dermaßen schmaler Grat, dass sie quasi zwangsläufig verfehlt werden muss, wenn man explizit auf sie zielt und andere zwingt, es einem gleich zu tun. Außer, man betrachtet schlicht das gesamte Spektrum von Links bis Rechts als eine einzige „sehr breite Mitte“. Dann freilich kann man „die Mitte“ im Gegenteil gar nicht verfehlen. Man kann sie höchstens noch in unterschiedlichem Maße würdigen.

Soviel zur „Psyche“ des zeitgenössischen Deutschen Volkes. Von diesem Status Quo aus lasst uns einfach mal ins Blaue spekulieren …

Was kommt zu auf Deutschland, auf Europa?

Mal kurz vorspulen …

Montagsmahnwachen – Linke distanzieren sich empört von den „Neurechten“.

Friedens- und Ostermärsche – (aufrechte) Linke haben kaum Zulauf.

Annäherung beider Seiten – „Rechts“ hat den ersten Schritt gemacht, indem die „neurechten“ Mahnwachen von Anfang an „Querfront“-Veranstaltungen waren, die also weder rechts noch links ausschließen wollen.

„Links“ aber zieht geschickt nach, eine offene (faire) Diskussion zwischen den Lagern beginnt, Kompromisse zeichnen sich ab, aber …  aus der Synthese geht weder etwas wirklich Linkes, noch etwas wirklich Rechtes hervor – die Hardcore-Ideologen beider Seiten sind enttäuscht bis wütend und distanzieren sich.

Die Eliten schließlich „kapitulieren“ (bzw. täuschen eine Kapitulation vor), sobald eine kritische Masse erreicht ist, die sich nicht mehr hinreichend glaubwürdig für die stumpfen Tagesschau-Massen als „rechtsextrem“ oder „antisemitisch“ verleumden lässt – die Eliten satteln um:

Die neue Bewegung wird nun plötzlich offiziell als „linke“ Bewegung propagiert; Erklärungsmuster: Indem sich „die Linke des Landes“ angesichts der „Bedrohung von (Neu-)Rechts“ durch die Mahnwachen endlich zusammengerissen, innere Zwiste hinreichend beigelegt und Kompromissbereitschaft auch bei einigen vermeintlich „rückständigen“ (= eher „rechten“) Positionen gezeigt hat, schaffte sie es, die „gefährlich rechte“ Urbewegung zu einem tatsächlichen „Mitte“-Ding zu transformieren. Hinter diese vermeintliche „Mitte-Links“-Volksbewegung stellen sich nach und nach die Elite-gesteuerten Leitmedien des Landes, wenn auch nur so weit, bis die Bundesregierung offiziell Stellung zu den Anliegen beziehen muss. Und für das Merkel-Regime (bzw. präziser: für das Schäuble-Regime) wird das Volk auf den Straßen, das auf NATO-Austritt und Abzug Amerikanischer Atomwaffen aus Deutschland drängt, zu ganz profaner Verhandlungsmasse, mit der die höhere Politik BR-Deutschlands den laufenden Wirtschaftskrieg von „Dollar-Land“ gegen „Euro-Land“ zumindest abzuschwächen schafft.

Die Transatlantiker beiderseits des Großen Teichs erkennen in diesem Zusammenhang, dass Deutschland als völlig willfährige Neo-Kolonie nicht länger zu halten ist, ohne einen offen-faschistischen Staat über dem mürrischen Ochlos zu errichten. Dies wiederum würde die Gefahr bergen, dass zu große Teile der Eliten vom Mitgefühl erreicht werden und sie ihre blinde Ergebenheit gegenüber dem Großen Bruder überdenken. Und gänzlich gegen die einheimischen Eliten lässt sich eine Besatzung – auch eine „neo-koloniale“ – nicht aufrechterhalten, wenn sie eine tatsächliche („Kultur-„/Ideologie-)Kolonie sein soll und nicht nur ein großer Militärstützpunkt, dessen Personal zu allem Überfluss auch noch teilweise fest an Deutschen Boden gebunden ist, um dort die militärischen Güter vor den wilden Ureinwohnern zu schützen. Ein „amerikanischer Flugzeugträger“ wie es das Staatsgebiet Israels nach Auffassung so manchen Neocons darstellt, wird aus Zentraleuropa niemals werden – es sei denn, man siedelt dort tatsächlich ein komplett neues Volk an, nachdem das Alte auch physisch vernichtet ist.

Mal vorausgesetzt, der militärische Völkermord gehört endgültig der Geschichte an …

… dann dürfte als schmerzhafte aber dennoch günstigste Variante für die US-Strategen nur noch ein „Wiedervereinigungs“-Szenario wie 1990 bleiben, also die Illusion einer Befreiung vom „letzten Joch“ (das freilich nie das tatsächlich „letzte“ sein kann, Stichwort Matrioschka-Puppe …).

Eine neue Illusion der Freiheit?

Die (selbstverständlich 100%-ig inoffizielle) amerikanische Zustimmung zur „Befreiung“ Deutschlands durch die Deutschen selbst – sie geschieht auf ganz „demokratische“ Weise, in Fortführung der meisten BRD-Strukturen, mit (wenigstens vorgeblich) „linken“ (oder zumindest nicht „nationalistischen“) Parteien an der Regierung, die zwar die hemmungslose Globalisierung ein wenig einschränken, zunehmend auf Regionalismus setzen und die entstandene Multikultur der Deutschen Gesellschaft (und Europas) würdigen und schätzen – die aber gleichzeitig durch regelmäßige Volksentscheide „gezwungen“ sind, die ein oder andere „recht(spopulistisch)e“ Position in Gesetze umzusetzen (Einschränkung der außereuropäischen Zuwanderung, verstärkte Unterstützung von Familien und Elternschaft, letzten Endes – eines fernen Tages – öffentliche Aufarbeitung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts – mit gewissen Grenzen, versteht sich …).

Die „Transatlantische Partnerschaft“ wird (scheinbar) „wieder“ zu einer echten Partnerschaft, die auf gegenseitigem Respekt beruht. Mit den Jahren gewinnen die USA auf diese Weise wieder größere Teile der Deutschen Bevölkerung für sich – wenn auch freilich fast immer nur welche aus der stumpfen Masse (denn die Gutinformierten werden die Verbrechen der letzten Hundert Jahre durch die Militär- und Geheimdienstmaschinerie der USA wohl nicht so schnell vergessen …). Europa und damit zwangsläufig auch Deutschland bleiben „Vasallen“ – doch zumindest Deutschland als ein „Vasall“, der ganz ungeniert „höhere“ Ambitionen zeigt und auf volle Eigenständigkeit eines Tages schielt.

Links oder Rechts? RinxLechz!

Werden sich all die heimlich lauernden „Rechtsextremisten“, „Neonazis“ und „Rassisten“ also auf eine Zukunft freuen dürfen, die so ganz „in ihrem Sinne“ ist, mit einer wiedererstarkten Deutschen Großmacht, die den Kontinent dominiert? Vorsichtig ausgedrückt: Dazu müssten sie extreeeeeme Anpassungsfähigkeit beweisen … Denn was als vorläufiges Endergebnis des hier skizzierten Narrativs zu erwarten wäre, so er hinreichend kompetent in reale Gesellschaftsdynamik überführt werden kann – das ist eben die Bundesrepublik INTERNATIONALES Deutschland – kurz: BRID …

„International“ dabei keineswegs auf (wirtschafts- und kultur-)imperialistische Deutsche Herrschaft über EU-Europa bezogen, sondern als stolzes Eingeständnis verstanden, dass „das Deutsche Volk“ sein Heil im 21. Jahrhundert gerade in der Durchspülung mit der „fremdartigen“ Kultur seiner vielen Zuwanderer der letzten Jahrzehnte findet – nicht in der hysterischen Abgrenzung von „Fremdem“ (eigentlich: von Neuem). Nie brachiale, im Gegenteil eine geradezu filigrane Integration eines jeglichen Verwertbaren – das führt logischerweise weder zu „arischer Reinrassigkeit“, noch zu „alt-germanischer Leitkultur“. Aber es führt zum Erhalt des Deutschen Volkes in nicht bloß (mehr oder weniger …) „bewährter“ alter Form, sondern in einer zeitgemäßen, an die zivilisatorischen Umstände perfekt angepassten Weiterentwicklung – Evolution statt Revolution. Und insbesondere die arabisch- und maghrebinisch-muslimische Diaspora in Europa, welche von allen zugewanderten Gruppen wohl noch am längsten eine gewisse Eigenständigkeit und „Nicht-Integriertheit“ wird vorgaukeln können, wird eines gar nicht so fernen Tages plötzlich als das verbindende Netzwerk auftreten, das die einzelnen „neuen“ Völker Europas zu einer ersten echten „Meta-Nation“ zusammenschweißt – und auf diese Weise die paradoxe Synthese aus Ethnopluralismus einerseits und gesamteuropäischem Nationalgefühl andererseits mit typisch „Abendländischer“ Bravour bewerkstelligt, für die Judentum, Christentum und Islam schlicht drei unterschiedlich kulturell geprägte Ausformungen des  e i n e n  abrahamitischen Monotheismus sind, der das Abendland als dessen „irrationales“ inneres Feuer im Zusammenspiel mit der eiskalten und messerscharfen „Ratio“ der Philosophen und Aufklärer über Jahrtausende am Leben hielt, bis heute hält und noch immer zu Neuem und Höherem anzutreiben vermag. Nicht mehr „rassische“ Entitäten werden die europäischen Völker sein – sondern rein-kulturelle, die sich ihrer Genese aus den tatsächlichen „Rassen“ von damals zwar nüchtern bewusst sind, die aber heute ihren regionalen, nationalen und inter-nationalen Stolz „nur“ noch aus dem Bekenntnis zu einem Kulturzusammenhang schöpfen, welcher sich ihnen als die einzig-mögliche und vor allem als die best-mögliche Zivilisation darstellt, die sich eine Schicksalsgemeinschaft wie die Bevölkerung des Europäischen Subkontinents über die Jahrhunderte erkämpfen konnte.

Europa – nicht als Zweckgemeinschaft, sondern als Prototyp eines neuen Nationenbegriffs. „Kultur“ löst „Rasse“ endgültig ab und überwindet den zivilisatorischen Leerlauf einer müden Gesellschaft. Vorerst. Denn aus einem kulturellen Nationalismus erwächst mit den Folgejahrhunderten zwangsläufig wieder das Gefühl, ein und der selben „Rasse“ anzugehören. Doch bis dahin lasst uns eine Zeit verminderten Chauvinismus genießen und vor allem effektiv nutzen, um für die zyklisch wiederkehrenden Wolkenfronten aufgehetzten Überlegenheitsdünkels bereits frühzeitige Vorkehrungen zu treffen. Als Deutsche. Als Europäer. Als Menschen.

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