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Diachronische Adaptation im Sprachwandel als Folge von funktionaler Optimierung?

16. Dezember 2012

Zusammenfassung und Kommentierung einer Fachdiskussion

1. Zum Zweck dieser kommentierenden Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit setzt sich zum Ziel, eine Diskussion zu erörtern und zu kommentieren, die im Jahr 1999 in der Zeitschrift für Sprachwissenschaft (18.2; 180-268) stattgefunden hat. Den Aufhänger dazu gab Martin Haspelmath mit einem auf den ersten Blick recht provokanten, von ihm selbst als “programmatische Schrift” (Abstract; Haspelmath 1999: 180) bezeichneten Aufsatz, in dem er dafür plädiert, die biologische Evolutionstheorie zum Vorbild für die Erklärung von Sprachwandel zu nehmen – speziell für adaptiven Sprachwandel, also solchen, der die Sprache funktionstüchtiger, an den Zweck angepasster macht für ihre Anwender. Anschließend kommentierten elf andere Linguisten (bzw. in einem Fall ein Zweierteam) diesen Ansatz Haspelmaths, wobei in einigen Passagen recht deutlich wurde, wie sehr die formalistisch-generative und die funktionalistische Schule sich gegenseitig geradezu als Feindbilder zu stilisieren gewohnt sind. Der Ansatz Haspelmaths aber – der als formalen Rahmen die Optimalitätstheorie gewählt hat – bietet grundsätzlich eine Möglichkeit, die beiden großen Lager zumindest ein Stück weit sinnvoll aufeinander zugehen zu lassen.
Im Folgenden nun sollen alle Positionen der Diskussionsteilnehmer grob erörtert und kritisch kommentiert werden, um am Ende ein Fazit ziehen zu können, das versucht, möglichst viele der sich teils (zumindest oberflächlich) widersprechenden Positionen der Diskutanten miteinander zu vereinbaren – und nebenbei eine Momentaufnahme der “verhärteten Fronten” zum Zeitpunkt der Jahrtausendwende zu bieten.

2. Zu “Optimality and diachronic adaptation” von Martin Haspelmath
In diesem Eröffnungsartikel der Diskussion umreißt Haspelmath seine Vorstellung von einer Theorie der diachronischen Adaptation. Dabei versucht er einige Erkenntnisse der Evolutionsbiologie auf den Sprachwandel zu übertragen, um diesen als einen Prozess der diachronischen Adaptation zu untersuchen. Damit einher geht der Versuch, den bisher allzu sehr auf den Status Quo einer gegebenen Sprache beschränkten Ansatz vieler funktionalistischer Sprachbeschreibungen zu überwinden, welche synchrone Eigenschaften der betrachteten Sprache lediglich erfassen, anstatt sie zu erklären. Haspelmath drückt dies so aus, dass er statt des reinen “Wie-Fragens” das “Warum-Fragen” im Vordergrund linguistischer Forschung sehen will (2. und 8. Abschnitt; Haspelmath 1999: 183, 205).
Für seinen Ansatz wählt er die Optimalitätstheorie als formalen Rahmen. Hierdurch sieht er sich zunächst dazu verpflichtet, grammatische Optimalitäts-Constraints umzuformulieren in von ihm sogenannte “Nutzer-optimale” Constraints (2. und 3. Abschnitt; ibid. 183-187). Dies stellt in erster Linie eine Formalität dar, die das “Warum-Fragen” ins Bewusstsein rücken soll, indem ein Constraint nicht bloß X besagt, sondern auch begründet, warum X der Fall ist (als Beispiel nennt er unter anderem für den Constraint Identity: statt bloß festzustellen, dass Input und Output einander entsprechen müssen, möge erklärt werden, dass dem so ist, weil auf diese Weise dem Hörer geholfen wird, die Morpheme zu identifizieren; ibid. 185).
Haspelmath bietet dann auch eine allgemeine These dafür, warum denn Constraints so beschaffen sind, wie sie sind: Constraints entwickeln sich deshalb, weil sie den Sprachnutzern (also sowohl den Sprechern, wie auch den Hörern) einen besseren Kompromiss aus Ökonomie und gleichzeitiger Begrenzung von Informationsverlust bieten. (ibid. 183f; Wobei an dieser Stelle angemerkt sei, dass im Rahmen der OT durchaus naheliegend ist, anzunehmen, dass es grundsätzlich unendlich viele Constraints gibt – diese sich also nicht in dem Sinne erst “entwickeln” müssen, sondern dass lediglich die relevanten von ihnen an ihre jeweilige Ranking-Position in der Kompetenz der Sprachnutzer gelangen müssen. Haspelmath verweist auch auf diese Wichtigkeit des Rankings, macht dabei allerdings nicht deutlich genug, dass es im Grunde nur das Ranking ist, und überhaupt keine Frage der reinen “Existenz” einzelner Constraints).
Dieser (natürlich weitgehend unbewusste) Vorgang des Sprachwandels innerhalb einer Sprechergemeinschaft findet nun laut Haspelmath ähnlich der Selektion in der Entwicklung der biologischen Arten statt: Zunächst tauchen mehrere Varianten eines sprachlichen Phänomens auf (sowohl auf Phonologie, als auch auf Morphologie und Syntax bezogen). Eine Zeit lang bestehen diese Varianten nebeneinander – bis sich eine bestimmte davon “durchsetzt”, also zum “Standard” wird – den Grund hierfür sieht Haspelmath nun in oben genannter “Nutzer-Optimalität” (ibid. 189-193).
Mit etwas gutem Willen lässt sich der in diesem Aufsatz skizzierte Ansatz Haspelmaths als vorsichtiger Versuch einer Synthese der universalgrammatischen Grundannahme der Generativisten mit den rein funktional (und meist eher synchron) orientierten Grammatiktheorien auslegen. Schließlich könnte man seine These der Nutzer-Optimalität als treibende Kraft in vielen Fällen des Sprachwandels (einige Fälle schließt er allerdings aus, z. B. Grammatikalisierungsprozesse; ibid. 204, Fußnote 10) als “Zugeständnis” an die generativ ausgerichteten Grammatiker verstehen, wäre sie doch ein universales Prinzip der menschlichen Sprache, das den Nutzern einer jeden Sprache sehr wahrscheinlich angeboren sein müsste (ein Prinzip, das allerdings durchaus auch mit der allgemein für menschliches Denken typischen Tendenz zum Generalisieren zwecks Redundanzvermeidung könnte erklärt werden).

3. Kommentare zu Haspelmaths “programmatischer Schrift”
In diesem Kapitel, das den Hauptteil der vorliegenden Arbeit bildet, werden nun die einzelnen Reaktionen auf den Artikel Haspelmaths durchgegangen. Auch hierbei wird weniger eine neutrale Inhaltsangabe geliefert, als dass vielmehr einige der jeweiligen Kritikpunkte hervorgehoben, kommentiert und auf ihre Berechtigung hin überprüft werden.

3.1. “Adaptation, Optimality and Diachrony” von William Croft
William Croft begrüßt in diesem Review ausdrücklich Haspelmaths Versuch, der Spannung zwischen den zwei konkurrierenden Lagern – Formalisten und Funktionalisten – entgegenzuarbeiten. Das geradezu konventionelle Ablehnen oder Ignorieren von Arbeiten der “Gegenseite” empfindet er als äußerst kontraproduktiv für den Fortschritt linguistischer Forschung (Croft 1999: 206). Die Optimalitätstheorie, die Haspelmath für seinen Ansatz gewählt hat, war bereits in der Vergangenheit eine der wenigen Methoden, die diese Gräben zwischen beiden Seiten überwinden zu können schien, indem sie generativistische und funktionalistische Grundannahmen zu Sprache gleichermaßen integriert (ibidem).
Zur Analogie zwischen linguistischer Evolution und der in der Biologie etablierten Evolutionstheorie als Erklärungsmodell für die Entstehung und Entwicklung der Arten bezieht Croft eine eher kritische Stellung und verweist stattdessen auf einen generalisierten, also disziplinunabhängigen Ansatz einer Evolutionstheorie, den Hull (1988) entwickelt hat. Bei diesem wird Evolution auf zwei Grundmomente reduziert: “1. Das Kreieren von Replikatoren durch einen Prozess der Replikation, manche identisch zum Original, manche abgewandelt; 2. Die Interaktion von Interaktoren mit ihrer Umgebung auf eine Weise, die bewirkt, dass die Replikation der Replikatoren differentiell ist” – was bedeutet, dass es Unterschiede in den Erfolgen bei der Replikation der verschiedenen Replikatoren gibt (ibid. 207).
Croft merkt in diesem Zusammenhang an, dass eine rein auf funktionale Motivation (also auf “Nutzer-Optimalität”, auf Sprachökonomie und Informationserhalt ) gestützte Erklärung für Sprachwandelphänomene nicht ausreicht – auch spiele nämlich die soziale Komponente eine entscheidende – wenn nicht die entscheidenste – Rolle (ibid. 208). Die funktionale Motivation würde demnach eher im ersten Schritt der generalisierten Evolutionstheorie angesiedelt sein, als Innovation, die zu mehreren parallelen Varianten einer konkreten sprachlichen Struktur führt. Der zweite Schritt aber (das heißt die eigentliche Selektion) wird durch soziale Faktoren bestimmt, nicht durch funktionale Optimalitätsbestrebungen (im Sinne von Ökonomie oder Informationserhalt). So können dann zudem auch solche Änderungen in der Standardsprache erklärt werden, die gerade aus diesen reinen Ökonomie- oder Informationserhaltungsgründen nicht nachvollziehbar wären.
Als ein Beispiel für derartige Fälle könnte man Sprachen anführen, die eine recht umständliche grammatische Konstruktion einführen, obwohl sie keinen nennenswerten positiven Effekt auf die Verständlichkeit haben (man denke etwa an vom Lateinischen inspirierte, analytische Vergangenheits- oder Modusformen in nicht-romanischen Sprachen Europas). Eine sozialwissenschaftliche Erklärung könnte hierbei möglicherweise sein, dass eine Lingua Franca der Bildungsschicht (also z. B. Latein) zur Zeit des Sprachwandels ein entsprechend hohes gesellschaftliches Prestige innehatte und so die an der Grammatik jener Lingua Franca orientierten Formen besonders “gebildet” wirkten und dem Sprecher dadurch soziale Akzeptanz zu versprechen schienen.

3.2. “Does adaptation.really help us to explain language change?” von Östen Dahl
Östen Dahl zeigt sich nicht völlig unaufgeschlossen gegenüber den Anstößen Haspelmaths – betont aber im selben Atemzug, dass die Essenz der Optimalitätstheorie gerade nicht in den Constraints selbst, sondern im Ranking derselben liegt, anhand dessen man erst die Grammatikalität von Äußerungen einer Einzelsprache, als auch typologische Unterschiede mehrerer Sprachen oder Dialekte darstellen kann (Dahl 1999: 209). Und diesen wichtigen Punkt im (Selbst-)Verständnis der OT findet man in Haspelmaths Ansatz tatsächlich nicht allzu deutlich ausgedrückt, sodass gar Zweifel aufkommen können, ob er sich dessen in aller Konsequenz bewusst ist. Denn gerade die Hauptthese Haspelmaths, dass die Existenz von bestimmten Constraints durch ihre jeweilige Nutzer-Optimalität erklärt werden könne, scheint die eigentlich bedeutendere Rolle des Rankings zu verkennen, welches doch viel eher durch die Nutzer-Optimalität zu erklären wäre – dann allerdings offensichtlich bezogen auf eine sehr relative “Nutzer-Optimalität”, die nicht allein aus der “natürlichen” Grundkonstitution des menschlichen Sprachvermögens zu begründen ist, da vermutlich auch vielerlei soziale und andere “zufällige” Umgebungs-Faktoren Einfluss auf das Ranking bei einem individuellen Sprecher haben; wobei letztlich erst die Summe vieler solcher individueller Sprecher eine mehr oder weniger standardisierte (oder wenigstens standardisierbare) Sprache ergeben. Auf diese Weise also kann kaum mehr die Rede von bestimmten Constraints sein, die ihre Existenz erst der “Nutzer-Optimalität” verdanken, sondern höchstens davon, dass sie in der jeweiligen Sprachgemeinschaft ihre Ranking-Stelle ihrer “Nutzer-Optimalität” verdanken – wobei diese Nutzer-Optimalität eben nicht mehr so eindeutig auf die Faktoren “Ökonomie” und “Informationsgehalt” reduziert werden kann, wie es vielleicht bei einzelnen, tatsächlich universalen Eigenschaften von menschlicher Sprache überhaupt ist.

3.3. “Prerequisites for a Theory of Diachronic Adaptation” von B. Elan Dresher und William Idsardi
Das Review dieser beiden Autoren konzentriert sich auf die Frage, ob die Analogie zur biologischen Evolutionstheorie, die Haspelmath zieht, gerechtfertigt ist. Hierzu werden die drei condiciones sine quibus non untersucht, die erst in ihrem gemeinschaftlichen Vorhandensein hinreichend sind, um korrekterweise von einem der biologischen Evolution vergleichbaren Prozess sprechen zu können. Diese drei Bedingungen seien “Variation”, “Adaptation via reproduktive Fitness” und “Vererbbarkeit der Merkmale” (Dresher/Idsardi 1999: 212f).
Die Existenz von linguistischer Variation halten die Autoren für gesichert – wobei, im Gegensatz zu den zufälligen Mutationen der Gene, bei sprachlicher Variation Entlehnungen und Übergeneralisierungen eine Rolle spielen (ibid. 213).
Im Bezug auf den Fitness-Faktor kritisieren sie, dass Haspelmath keine befriedigende Erklärung liefert, auf welche Weise reproduktive Fitness von sprachlichen Varianten gemessen werden könnte – seine rein intuitive Argumentation anhand von “Nutzer-Optimalität” halten sie für wissenschaftlich nicht validierbar (ibid. 213; wobei hier zudem angemerkt sei, dass Wissenschaftlichkeit neben Validierbarkeit auch Falsifizierbarkeit fordert – und auch diese kann hier freilich nicht hinreichend objektiv gewährleistet werden).
Beim letzten notwendigen Moment für eine sinnvolle Evolutionsanalogie, also bei der Forderung nach Vererbbarkeit von Merkmalen, sehen die Autoren keine Möglichkeit, die sprachlichen Prozesse mit der sexuellen oder asexuellen Fortpflanzung der Gene in Organismen zu vergleichen. Stattdessen behaupten sie, dass die Kompetenz einer Grammatik durch die gesamte sprachliche Umgebung an ein Kind vererbt wird – und dass dieser Vorgang bereits befriedigend durch die Dogmen der Generativen Grammatik erklärt werden kann, namentlich mit einem Zusammenspiel aus sprachlichem Input der Umwelt des Kindes und der genetisch verankerten “Universalgrammatik” (ibid. 214f).
Ganz davon abgesehen, dass es sich bei dieser Universalgrammatik im Wesentlichen um eine postulierte Entität handelt, deren tatsächliche Existenz durch ihre Postulanten erst noch zu beweisen ist – scheinen die Autoren zudem das Element der Vererbung fälschlicherweise mit der Kompetenz-Grammatik verwechselt zu haben, obwohl es sich doch wohl eher um einzelne Konstruktionen und Konstruktionsweisen handelt, die sich im Laufe mehrerer Sprechergenerationen verändern. Das Äquivalent zu den Genen der Evolutionstheorie also ist vielmehr eine einzelne sprachliche Erscheinung (zum Beispiel ein konkreter Constraint mitsamt seines Rankings), nicht die vollständige Grammatik einer Sprache. Letztere nämlich verhält sich zur einzelnen sprachlichen Erscheinung eher so, wie alle Individuen einer biologischen Art, die gleichzeitig leben, sich zu einem einzelnen Gen im gemeinsamen Genom dieses Individuenkollektivs verhält.

3.4. “On the survival of the fittest grammar (theory)” von Hubert Haider
Haider steckt tief im Sumpf seiner generativistischen Religion mit Noam Chomsky als seinem Propheten, den es nicht anzuzweifeln gilt. Die ominöse “Human Language Faculty” gilt ihm als nicht verhandelbare Entität, ohne die angeblich kein Spracherwerb möglich sein kann – eine Sichtweise, die stark an das Festhalten am Seelenkonzept fundamentalistischer Christen erinnert, weil doch ohne eine Seele unmöglich ein über die Lebenszeit konsistentes Selbst im individuellen Bewusstsein existieren könnte …
Aber weil an dieser Stelle niemand aufgrund seiner “Gesinnung” diskriminiert werden soll, sei hier dennoch ein kurzer kritischer Blick auf einzelne Argumente Haiders geworfen.
Der Vorwurf Haiders an die Argumentation Haspelmaths für die Relevanz von Nutzer-Optimalität, dass die von ihm genannten “Einfachheit und Schwierigkeit, Kosten und Nutzen”-Begründungen pro oder kontra eine sprachliche Variante daran scheitere, dass sie je nach Perspektive (also vom Standpunkt des Sprechers oder des Hörers aus beurteilt) zu unterschiedlichen “Optimalitäten” führe (Haider 1999: 216), ist nicht stichhaltig; schließlich ist es gerade in solchen Fällen die essentielle Bedeutung des Rankings im Rahmen der OT, die hierzu die eindeutige Antwort gibt: Je nach Typus der Einzelsprache haben sich in dieser bestimmte Constraint-Rankings etabliert, nach denen die Entscheidung zugunsten einer der möglichen Varianten getroffen wird. Während also die Kosten/Nutzen-Erwägungen lediglich bei der Generierung neuer Alternativen eine Rolle spielen, sind es mit Blick auf die sich etablierende intersubjektive Sprache (die sich rückwirkend in der Aneignung durch das Individuum zeigt, also immer erst im konkreten Bewusstsein, das sein eigenes Kommunikationsverhalten zu optimieren bestrebt ist, zu ontologischer Existenz kommt) gerade die Rankings, die sich über längere Zeiträume hinweg stabilisieren – wobei vielerlei Faktoren ihren Teil zu beitragen (wobei dies vermutlich insbesondere soziale Faktoren – im weitesten Sinne verstanden – sein dürften).
Das Bild Haiders, dass eine (Kompetenz-)Grammatik so etwas sei, wie “ein kognitiver Virus”, der sich in den menschlichen Bewusstseinsstrukturen einnistet (ibid. 218), ist dagegen recht treffend (wenn auch viel zu vereinfacht: ein Virus nistet sich schließlich vollständig “auf einen Schlag” ein, eine Grammatik braucht ihre Zeit, bis sie vollständig erworben ist, bzw. muss nicht zwangsläufig je vollständig erworben sein) – auch die Art, wie er das generativistische Konzept der “Human Language Faculty” mit diesem Bild in Verbindung setzt, ist vernünftig und zeigt, dass die generative Schule durchaus sinnvolle Beschreibungen des Systems Sprache liefern kann. Allerdings bleibt dennoch fraglich, ob statt einer “Human Language Faculty” im Sinne einer funktionalen Domain mit Entsprechung in den neuronalen Strukturen des menschlichen Gehirns nicht auch einfach (Bewusstseins-)Domain-übergreifende Assimilationsprozesse (“Assimilierung” im Sinne einer radikal-konstruktivistischen Terminologie, vgl. Kapitel 5.3 vorliegender Arbeit) als Erklärung hinreichend wären, um den Sitz der Sprache im menschlichen Bewusstsein zu lokalisieren. Denn dass Sprachkompetenz so strikt vom übrigen kognitiven Vermögen des Menschen zu trennen sei, als dass es gerechtfertigt wäre, eine separate Struktur zu propagieren, die für erstere zuständig ist – das kann und muss weiterhin kritisch hinterfragt werden.

3.5. “Functionalism yes, biologism no” von Esa Itkonen
Mit Haspelmaths Bemühen um ein Fruchtbarmachen der OT-Constraints für funktionalistische Sprachbeschreibungen ist Itkonen zufrieden. Seine Kritik bezieht sich also nur auf die seiner Meinung nach unglückliche Analogie von diachronischem Sprachwandel mit der Entwicklung biologischer Arten, wie sie die Evolutionsbiologie beschreibt. Als Beispiele ähnlicher missglückter Analogieversuche zieht Itkonen Aristoteles, Spinoza, Hobbes/Hume und Toulmin heran, die jeweils bestimmte (mehr oder weniger gut verstandene) Prinzipien einzelner Teile des Kosmos auf andere, bisher nicht oder kaum verstandene Prinzipien anderer Teile des Kosmos ausweiten (Itkonen 1999: 219). Der Terminus, den der Neukantianer Nicolai Hartmann für derlei Fehlanalogien geprägt hat, ist “(kategoriale) Grenzüberschreitung” (Hartmann 1964: 78ff; 7. Kapitel) – wobei es sich konkret bei den von Itkonen angeführten Beispielen um drei Grenzüberschreitungen “nach oben” (Spinoza, Hobbes/Hume, Toulmin) und eine “nach unten” (Aristoteles) handelt. Grenzüberschreitungen treten dort auf, wo “entdeckte Kategorien über ihre natürlichen Geltungsgrenzen hinaus [verallgemeinert werden]” (ibid: 79) – was im Falle der genannten Beispiele zweifellos der Fall war.
Itkonen wirft Haspelmaths Ansatz nun vor, teleologische Prozesse (namentlich Problemlösestrategien, wie es unbewusste Versuche zur Optimierung von Kommunikation seien, die bei dem von Haspelmath durch ein Streben nach “Nutzer-Optimalität” erklärten Sprachwandel stattfänden) durch eine explizit nicht-teleologische Adaptation zu erklären, wie sie auch im Rahmen der Evolutionstheorie dazu dient, Entwicklungen einer biologischen Art zu erklären aufgrund von zufälligen Mutationen und darauffolgender natürlicher Selektion, die aus erhöhter Lebens- und/oder Reproduktionsfähigkeit der Individuen dieser Art folgt (Itkonen 1999: 220). Er bezichtigt Haspelmath demnach einer “Grenzüberschreitung nach oben”, weil dieser Kategorien des organischen Lebens unzulässigerweise auf Vorgänge der “seelischen” oder gar “geistigen Schicht” ausdehnt (entsprechend der Schichtenlehre Nicolai Hartmanns; vgl. Hartmann 1964: 173ff).
Diese Schwächen aber habe Haspelmath durchaus eingesehen (Itkonen 1999: 221), weshalb er sie auch letztlich vorsichtig wieder relativiert, indem er eingesteht, dass Sprachwandel auch intentionale Momente enthält (dies bezieht sich vermutlich auf eine Stelle in Haspelmath 1999: 204; allerdings geht es dort lediglich um intentionale Innovationen, die gerade nicht Nutzer-optimal sind, und die erst in einer zufälligen Anhäufung verschiedener solcher Innovationen durch gänzlich nicht-intentionale Adaptationsprozesse “selektiert” werden und so zu einer optimal angepassten, neuen Erscheinung in der betroffenen Sprache führen). Hieraus ergibt sich im Ganzen nun für Itkonen ein inkonsistentes Bild der “programmatischen Schrift”. Mit Blick auf die Funktionalisierung der OT-Constraints erscheint ihm der Aufsatz Haspelmaths jedoch als gelungene Rechtfertigung des funktionalistischen Standpunktes für das Verständnis der Optimalitätstheorie – womit sich klar gegen eine neutrale oder rein formalistische Interpretation der OT gewandt würde (Itkonen 1999: 221).

3.6. “The role of I-language in diachronic adaptation” von Simon Kirby
Kirby zeigt sich weitgehend zufrieden mit den Vorschlägen Haspelmaths. Problematisch sieht er vor allem dessen Schlussfolgerungen zur angeborenen Universalgrammatik, die sich aus seiner Argumentation ergeben sollen. Hier weist Kirby auf die Notwendigkeit hin, neben der Performanz (“E-language”) auch die Kompetenz (“I-language”) anzunehmen (Kirby 1999: 222f), um gerade jene beobachtbaren Eigenschaften menschlicher Sprache erklären zu können, die Haspelmath selbst als “universal” bezeichnet (Haspelmaths Beispiel war hierbei, dass Grammatiken “keine numerische Spezifikation beinhalten”), die also nicht erst aus einer bloßen Anpassung der vielen individuellen Performanzen entstehen konnten, sondern durch die biologische Disposition des menschlichen Gehirns selbst determiniert sein müssen (Kirby 1999: 223).
Ein schönes Bild der Hoffnung zeichnet Kirby für die Zukunft der linguistischen Theoriebildung, indem er einen Vergleich zieht zur sogenannten “neo-darwinistischen” Synthese in der Biologie Mitte des 20. Jahrhunderts, im Rahmen derer endlich die rein genetischen Repräsentationen der Phänotypen mit den äußeren Selektionsmechanismen in Verbindung gebracht werden konnten, die auf diese Phänotypen Druck ausüben – wobei die linguistische Kompetenz den Genotypen, die Performanz den Phänotypen entsprechen würde (ibid. 224).
Kirby zieht sein Fazit, indem er den Ansatz Haspelmaths sehr begrüßt, um darauf aufbauend (und zusätzlich auf anderen Ansätzen) in der Zukunft eine umfassende Theorie der diachronischen Adaptation auszuarbeiten – eine solche Theorie könnte uns einer vollständigen Erklärung der menschlichen Sprache ein großes Stück näher bringen. Aber dazu hält Kirby es für wichtig, auch die Grammatik selbst, nicht nur ihren Wandel erklären zu können (ibidem).
Angemerkt sei in diesem Zusammenhang, dass die Evolutionsbiologie heutzutage allerdings auch noch immer nicht (mit ausreichender Gewissheit) erklären kann, wie vor vier Milliarden Jahren auf unserer Erde aus toter Materie die ersten Lebensformen entstanden sind. Genau so wenig erklärt in der Physik das Standardmodell der Kosmologie heute die Entstehung unseres Universums, sondern setzt erst etwa 10 hoch -43 Sekunden nach einem hypothetischen “Urknall” ein, die Entwicklung desselben zu beschreiben …

3.7. “Proximate mechanisms vs. causal explanations” von Donka Minkova
Während Minkova den programmatischen Ansatz Haspelmaths zwar grundsätzlich begrüßt, scheint sie dennoch Bedenken zu haben, in wie fern unsere heutigen Kenntnisse und Methoden ausreichen, um eine zufriedenstellende Theorie der diachronischen Adaptation aufstellen und vor allem gewinnbringend nutzen zu können. Gründe für diese Vorbehalte sind zum Beispiel, dass ja offenbar durchaus über längere Zeiträume sprachliche Formen überlebt hatten, die später – angeblich aufgrund von mangelhafter “Nutzer-Optimalität” – durch “bessere” ersetzt wurden (als Beispiel hierzu wird auf den NoVoicedCoda-Constraint im heutigen Deutsch verwiesen, der im Althochdeutschen noch nicht vorhanden gewesen ist; Minkova 1999: 228). In solchen Fällen müsste eine Theorie der diachronischen Adaptation das “Re-Ranking” vieler Constraints befriedigend erklären können.
Einen besonderen Wert legt Minkova auf die Unterscheidung von proximate mechanisms und “echten” kausalen Erklärungen (ibid. 229). Hier habe Haspelmath sich stets auf der Ebene von psychologischen, kognitiven, physiologischen und sozialen Erklärungen bewegt (ibidem), welche allesamt den proximate mechanisms (das heißt: zeitnahe Entscheidungen für oder gegen einen Constraint) zuzuordnen sind – für eine tatsächlich diachronische Erklärung der Sprachentwicklung müssten aber am Ende echte Kausalerklärungen stehen (das heißt: zu klären, was dazu führt, dass sich zu verschiedenen Zeitpunkten gelegentlich ganz anders entschieden wird was die “Nutzer-Optimalität” einzelner Constraints und ihrer Rankings betrifft). Letztlich scheint diese Unterscheidung darauf hinauszulaufen, welche Adaptationen tatsächlich evolutionär (biologisch) und welche intentional (also im weitesten Sinne “sozial” – wozu auch individuell-psychologische Faktoren zählen können) hervorgerufen werden/wurden. Gewissermaßen: Wo geht reine Kausalität in (zumindest unbewusste) Teleologie über, wenn es um die Produktion von menschlicher Sprache geht?

3.8. “On Common-Sense Justifications of Optimality-Theoretic Constraints” von Gereon Müller
Müllers Text ist von der Form her ziemlich “frech”. Weite Strecken sind nur verständlich, wenn man entweder absolut heimisch in jeglicher OT-Literatur ist, oder wenn man sich Zugang zu allen zitierten Werken verschafft, um jede seiner Constraint-Abkürzungen nachzuschlagen. Von dieser armseligen verbalen Machtdemonstration abgesehen, lässt sich über den Inhalt des Reviews sagen, dass es im Rahmen der Standard-OT einige Prämissen Haspelmaths entkräftet, indem nachgewiesen wird, dass viele grammatische Constraints eben nicht auf Nutzer-Constraints zurückgeführt werden können (Müller 1999: 230ff). Auch, dass einige Constraints, die Haspelmath meinte, auf solche Nutzer-Optimalität zurückgeführt zu haben, in Wirklichkeit Abwandlungen der ursprünglichen grammatischen Constraints sind, also diesen nicht mehr exakt entsprechen, wenn man sie an konkreten Beispielen testet (z. B. das Stay-Constraint, verdeutlicht an einem englischen und einem deutschen Satz; ibid. 231). Zudem weist Müller darauf hin, dass die von Haspelmath vorgeschlagene Art der Rückführung auf Nutzer-Optimalität stets in Gefahr steht, unzulässige post-hoc-Hypothesen aufzustellen, da man fast zu jeder sprachlichen Variante irgendein Argument finden würde, das sie “optimal” macht; und das der hierzu gebrauchte “common sense” oft in die Irre führen kann (ibid. 232), wie Müller mit Verweis auf einige psycholinguistische Experimente verdeutlicht (oder zu verdeutlichen versucht; ibid. 232f).
Im letzten Absatz dann lässt der Reviewer keinen Zweifel daran, dass er sich seiner generativistischen Sprachauffassung unerschütterlich sicher ist, als er – ausgehend von seinen Analysen zuvor – dogmatisch feststellt: Es ist ausgeschlossen, dass grammatische Constraints direkt auf Nutzer-Constraints basieren – und viele können nicht einmal indirekt auf solchen basieren. Er lässt bloß ein klein wenig Raum für solche grammatischen Constraints, die semantische Gründe für ihre Existenz (bzw. für ihr Ranking) haben – und damit gewissermaßen funktional begründbar seien (er nennt den Constraint Anim>Inanim, also dass ein belebter Referent vor einem unbelebten steht). Eine Grammatik, die auf der Idee Haspelmaths beruhte, würde laut Müller aus einem großen Kern von rein grammatischen, “angeborenen” (also “klassischen” generativistisch-optimalitätstheoretischen) Constraints bestehen, während funktional-motivierte, “Nutzer-optimale” Constraints lediglich die Peripherie bilden würden (ibid. 234). Dass jener “Kern” möglicherweise aber nur aus sehr wenigen, noch dazu recht trivialen Constraints (alà “Keine Konsonantencluster aus mehr als sieben Phonen” – um es mal überspitzt zu sagen …) bestehen könnte, während der individuelle Charakter einer Einzelsprache hingegen beinahe vollständig in der sogenannten Peripherie angesiedelt wäre – dieser Gedanke scheint für Müller viel zu gotteslästerlich zu sein, um ihn überhaupt nur zu denken …

3.9. “Adaptation, optimality and functional explanation: Two serious problems” von Frederick J. Newmeyer
Newmeyer zeigt sich wieder eher aufgeschlossen gegenüber Haspelmaths Ambitionen. Dass Haspelmath gerade die OT für sein Vorhaben gewählt hat, grammatische Constraints auf Gründe der Nutzer-Optimalität zurückzuführen, erklärt sich Newmeyer damit, dass die OT ihre Constraints recht transparent formuliert, wodurch das Überführen in funktionale Erklärungen aufgrund der Nutzer-Optimalität erleichtert wird (Newmeyer 1999: 235). Außerdem bietet sich das OT-Prinzip des Rankings und Re-Rankings an, um die typologischen Unterschiede zwischen den Sprachen der Welt im Rahmen dieser Theorie zu erfassen (ibidem).
Allerdings sieht Newmeyer die Anwendbarkeit der OT skeptisch, sobald sie statt auf eng umrissene Teilbereiche einer Grammatik, auf das komplette Grammatikgebäude einer Sprache angewandt werden soll (ibid. 235f). Um diese Skepsis zu begründen bedient sich der Reviewer eines englischen Beispiels (nämlich die Rankings der Constraints “Form-Meaning-Alignment” und “Heavy-Last”, also dass “semantische Einheiten syntaktischen Einheiten entsprechen” und dass “schwere Konstituenten nach leichten stehen”; ibid. 236). Grundsätzlich mag er mit dieser Kritik recht haben – allerdings wäre es noch wert zu untersuchen, ob nicht durch das Hinzunehmen einer oder mehrerer höher gerankten Constraints das Problem der teilweise freien Varianten (die nur eben nicht in jedem Fall frei sind) behoben werden könnte.
Würde man zum Beispiel bei der Analyse von seinen Beispielsätzen 1a, b und 2a, b jeweils noch einen Constraint hinzufügen, der sowohl über FMS, als auch über HeavyLast gerankt ist und beschränkt, dass “simple attributive Modifier immer direkt vor ihrem Kopf zu stehen haben” – also zum Beispiel “simple attributive modifiers directly precede head” (AttMod-Head) – dann würde das Ranking (AttMod-Head > FMS / Heavy-Last, wobei FMS und HeavyLast gleich hoch gerankt sind) dazu führen, dass nur jene Beispielsätze erlaubt bleiben, die auch tatsächlich grammatisch sind, während beim ungrammatischen Satz 2b (ibid. 236) eine fatale Verletzung von AttMod-Head vorläge.
Ob aber derartige “Rettungsmaßnahmen” in allen Fällen Fuß fassen können, kann an dieser Stelle freilich nicht garantiert – und muss vermutlich eher bezweifelt werden.
Ein sehr wichtiger Einwand Newmeyers ist dann noch, dass speziell sprachliche “Innovationen” häufig ganz und gar nicht funktional sind – sondern geradezu dysfunktional (ibid. 237). Ein Beispiel hierfür ist, wenn Sprecher eine sprachliche Erscheinung aus einem Dialekt oder einer Sprache entlehnen, mit der sie in Kontakt stehen, und der sie ein “höheres Prestige” zuschreiben. Auf diese Weise kamen beispielsweise vielerlei französischstämmige Wörter ins Englische und entsprachen ganz und gar nicht den Idealen der englischen Phonologie (ibidem). Was wiederum sehr für den Primat der sozialen Faktoren gegenüber rein funktionalen spricht.

3.10. “From a diachronic perspective” von Elizabeth Closs Traugott
Traugott weist in ihrem Review auf einige “voreilige” Einschränkungen in Haspelmaths Ausführungen hin, die bei genauerer Untersuchung gar keine Einschränkungen der Gültigkeit einer funktional-orientierten Constraint-Interpretation sein müssen. Diese Einschränkungen sind, dass laut Haspelmath diachronische Grammatikalisierungsprozesse nicht auf funktionale Motivation zurückführbar seien. Traugott stellt dem zwei Beispiele (eins aus dem Germanischen, eins aus dem Romanischen) entgegen, die darauf hindeuten, dass derartige Grammatikalisierungsprozesse durchaus aus funktionaler Notwendigkeit bei den Sprechern hervorgerufen worden sind. In den von ihr angeführten Fällen nämlich wandelten sich jeweils deklinierbare Demonstrativpronomen zu undeklinierbaren Determinierern (also Artikeln), die es vorher in der Sprache nicht gegeben hat (fürs Alt-Germanische Complementizer Phrasen, fürs Romanische Determinizer Phrasen betreffend; Traugott 1999: 240).
Auf diese Weise fügt sie Haspelmaths Ansatz eine große Potentialerweiterung hinzu, da durch die Möglichkeit, auch Grammatikalisierungsprozesse anhand von “Nutzer-Optimalität” (oder allgemeiner ausgedrückt: durch funktionale Erfordernisse) erklären zu können, einer geplanten Theorie der diachronischen Adaptation ein deutlich weiteres Fundament, einhergehend mit vielfältigeren Anwendungsmöglichkeiten verliehen würde.
Allerdings weist Traugott auch darauf hin, dass eine solche Theorie in der Lage sein sollte, ebenfalls sprachliche “Sedimente” zu erklären, also weitgehend dysfunktionale Überreste früherer Sprachzustände, die aus rein Nutzer-optimaler Sicht eigentlich längst durch Adaptation unter generellere Regeln und Formen hätten gebracht worden sein sollen – die Theorie muss also nicht bloß Wandel erklären, sondern gerade auch “Nicht-Wandel”, wo ein Wandel deutlich funktionaler gewesen wäre (ibid. 239).

3.11. “Principles of Evaluation, Change and Related Issues” von Wolfgang Ullrich Wurzel
Wurzel legt hier eine sehr differenzierte Analyse der Ausführungen Haspelmaths vor, ohne dabei von persönlichen (das heißt: “ideologischen”, bloß die von ihm selbst bevorzugte Sprach-/Grammatiktheorie um jeden Preis verteidigenden) Motiven geleitet zu werden. Klar streicht er heraus, dass die Analogie zur biologischen Evolutionstheorie bei Haspelmath – ob von diesem so beabsichtigt, oder nicht – kaum mehr als dekoratives Beiwerk ist (“decorative padding”; Wurzel 1999: 249f), da Sprachwandel nun mal viel zu viele (wenn auch unbewusste) intentionale Elemente auf  Seiten der Sprachnutzer (also denjenigen, die den Sprachwandel bewirken) aufweist, als dass man ihn mit dem strikt kausalen (und dabei von keinerlei “Intentionen” auf Seiten der Gene beeinflussten) Ablauf der Speziation und Artentwicklung in der Biologie vergleichen – oder gar gleichsetzen – könnte.
Hervor hebt Wurzel die von Haspelmath angesprochene – aber kaum beantwortete – Frage, in wie weit soziale Faktoren Einfluss auf Sprachwandel haben – wobei er darauf verweist, dass viele Antworten hierauf derzeit wohl noch nicht gegeben werden können, und dass man sich lieber an Dinge halten sollte, die nachprüfbar sind. So gebe es gute Argumente für bestimmte phonologische Prozesse im Sprachwandel, die auf suprasegmentale Eigenschaften der betroffenen Sprache zurückzuführen seien. Sein Beispiel ist hierfür die Tendenz zur Tilgung von Gipfelvokalen unbetonter Silben im Deutschen, weil Deutsch eine stress-timed Prosodie hat, gegenüber dem Erhalt nahezu aller unbetonter Silben in Sprachen die nicht stress-timed (also syllable-timed) sind, wie das Italienische (ibid. 248).
Dass Haspelmath für sich in Anspruch zu nehmen scheint, als einer der ersten darauf hinzuweisen, wie wichtig eine diachronische Betrachtungsweise ist, um das Phänomen Sprache – auch auf der synchronen Ebene – verstehen zu können, kritisiert Wurzel mit Verweis auf einige, zum Teil bereits jahrzehntealte Arbeiten anderer Linguisten, die ebendies längst ausgesprochen haben (z. B. Stampe 1969, aber auch Vennemann und Wurzel selbst – während Haspelmath lediglich auf Croft 1990 verweist). Alles in allem begrüßt Wurzel, dass Haspelmath sich offenbar zur Truppe der diachronisch Forschenden zu gesellen denkt – dass er auf diesem Gebiet ein Pionier sei, aber eben schlicht eine Illusion ist (Wurzel 1999: 250).

4. “Some Issues concerning optimality and diachronic adaptation”
Haspelmaths Reaktion auf die Kommentare zu seiner programmatischen Schrift
Den vorläufigen Abschluss der Diskussion bildet die Rückantwort Martin Haspelmaths auf die Kritiken seiner Kommentatoren, in denen er deren konstruktive Anmerkungen aufgreift, versucht in seinen eigenen Ansatz zu integrieren und diesen insgesamt noch einmal zu rechtfertigen. Ohne nun auf alles einzugehen, was Haspelmath an Rechtfertigungen vorbringt und an Zugeständnissen macht, sei sich hier auf die wichtigsten Grundaussagen beschränkt, die Haspelmath nach der Reflexion aller Kommentare formuliert. Die erste ist eine Forderung an die zukünftige linguistische Forschung und Forschergemeinde: Es muss eine “Konfrontation postulierter grammatischer Muster mit allen Arten system-externen Materials [geben], statt der simplen Annahme, dass die elegantesten formalen Prinzipien angeboren sind” (Haspelmath 1999b: 252).
Als besonders interessant und einer näheren Untersuchung zuzuführen betrachtet Haspelmath die These Crofts, dass funktional-adaptiver Wandel nur für große, stark dem (Kultur-)Kontakt ausgesetzte und eher locker zusammenhängende Gesellschaften charakteristisch ist. Hier könnte sich zeigen, dass soziale Faktoren einen weit größeren Einfluss auf (adaptiven) Sprachwandel haben, als es sich Haspelmath zunächst vorstellt (ibid. 252).
Im Bezug auf seine Wahl der Optimalitätstheorie als Rahmen der geforderten Theorie der diachronischen Adaptation merkt Haspelmath an, dass er in keiner Weise auf die OT besteht – dass er diese aber deshalb für einen sinnvollen Ausgangspunkt für eine Beschäftigung mit der Thematik hält, weil sie eine Wiederannäherung von generativer und funktionaler Herangehensweise ermögliche (ibid. 252f) – ein Punkt, der Haspelmath hoch anzurechnen ist, als er auf diese Weise bemüht ist, eine Brücke zu schlagen zwischen den zwei großen (leider geradezu verfeindeten) Lagern in der zeitgenössischen linguistischen Sprach- und Grammatikauffassung. Und gleichzeitig ein Punkt, den leider nicht alle Kommentatoren wertzuschätzen scheinen (speziell Haider und Müller seien in diesem Zusammenhang genannt). Dass die OT dennoch ihre Schwächen hat, gesteht Haspelmath ohne Umschweife ein (besonders in Bezug auf das Fehlen von “Constraints für Constraints”; ibid. 252).
Allgemein warnt Haspelmath zudem vor der unzulässigen (oder: nicht sinnvollen) Vermischung von deskriptiven und erklärenden Grammatikbeschreibungen (vgl. z. B. ibid. 260) – dies führe zwar oft zu eleganten, einfachen Regeln in Form von Generalisierungen, aber sollte nicht zum Einsatz kommen, wo diese Generalisierungen die tatsächlich genutzte Sprache konterkarieren, sprich: wo sie nur ein idealisiertes, theoretisches Konstrukt sind, dem in der Wirklichkeit nichts mehr entspricht.
Dies führt indirekt auch zur – wenigstens konzeptuellen – Unterscheidung zwischen den drei Aspekten menschlicher Sprache, auf deren analytische Differenzierbarkeit Haspelmath pocht, auch wenn bei diesen nicht a priori einsichtig ist, in wieweit sie tatsächlich unabhängig voneinander beschreibbar sind (ibid. 255f): Performanz (oder “Sprachgebrauch” oder “E-language”), Kompetenz (oder “konventionelle Muster” oder “I-language” oder schlicht “Grammatik”) und Universalgrammatik (womit zunächst schlicht die angeborenen kognitiven Prinzipien des Menschen gemeint sind, die ihn zur Kommunikation durch Sprache befähigen – diese “Universalgrammatik” also nicht zwangsläufig konkrete, universale grammatische Regeln von menschlicher Sprache enthalten muss).
Die von einigen Kommentatoren kritisierte Analogie zur biologischen Evolutionstheorie versucht Haspelmath im Bezug auf verschiedene Aspekte zu verteidigen. Allerdings gesteht er die angemerkten Schwächen ein (insbesondere die Tatsache, dass beim linguistischen Wandel oft intentionale Innovationen – also “angewandte Intelligenz” – zu Variation führen, im Gegensatz zu den zufällig zustandekommenden Genmutationen in der Biologie). Dass das Prinzip der (funktionalen) Selektion im Sprachwandel keine Rolle spiele weist er jedoch zurück und verweist auf ein Beispiel aus dem Alt-Germanischen, bei dem nachgewiesenermaßen zeitweise mehrere Varianten nebeneinander existierten, bis sich eine davon durchgesetzt hat, weil sie offensichtlich dem Prinzip der “Nutzer-Optimalität” am besten entsprach, namentlich dem Bemühen um Ökonomie (das konkrete Beispiel ist hier der Gebrauch von Possessivpronomen, die zeitweise auch mit einem bestimmten Artikel kombiniert auftraten, dann aber begannen – vermutlich aufgrund der Redundanz dieser doppelten Determinierung – nur noch ohne bestimmten Artikel als grammatisch zu gelten, wodurch auf diese Weise also eine “Artikel-Possessor-Komplementarität” entstanden ist; ibid. 254, 260).
In einem Abschnitt, in dem Haspelmath noch einmal ausführlicher auf seine gesamte Biologie-Analogie eingeht, weist er dann unter anderem auch auf jene generalisierte Theorie der Evolution hin, wie sie
Croft in seinem Kommentar angesprochen hat, von der dann sowohl die biologische, als auch eine linguistische Evolution nur Spezialfälle wären (ibid. 257f).

5. Was bleibt von der Diskussion? Ein vorsichtiges Fazit …
Wie in der Einleitung angekündigt, möge zum Abschluss noch ein kleiner Kommentar zu Form und Verlauf der Diskussion gegeben, sowie die Frage gestellt werden, ob etwas – und wenn ja: was denn – im Anschluss an diese Diskussion noch hieraus entstanden ist. Ganz zum Schluss sei dann der Versuch gewagt, eine sehr umrisshafte Skizze der Ergebnisse der hier besprochenen Fragestellungen zu liefern, wobei auf eine “neutrale” Terminologie – dem Radikalen Konstruktivismus entnommen – zurückgegriffen wird, um keine der beiden “Fronten” (Formalisten, Funktionalisten) allzu sehr zu bevorzugen.

5.1. Verhärtete Fronten? Zur Diskussionskultur der “zwei großen Schulen” …
Wie aus den Kommentierungen der Reaktionen auf Haspelmaths Ansatz oben (Abschnitte 3.1-11) bereits zu ersehen ist, muss konstatiert werden, dass insbesondere in den Reihen der Formalisten hin und wieder keine Bereitschaft da zu sein scheint, sich mit konstruktiven Erweiterungs- oder Korrekturvorschlägen zu ihren eigenen Theorien auseinanderzusetzen, ohne “von oben herab” alle Einwände hinfort zu argumentieren. Dennoch ist es erfreulich, dass überhaupt Diskussionen geführt werden. Und bei manchen Formalisten ist eine solche Bereitschaft (wenn auch meist nur in Ansätzen oder mit starken Vorbehalten) durchaus festzustellen. Polemik (siehe z. B. Beispielsätze bei Haider 1999: S. 217f) mag ja zur Abwechslung ganz erfrischend wirken, kann aber unnötige Mauern errichten, wo stattdessen doch eigentlich Kooperation angemessen wäre. Alles in allem ist daher ein Ansatz, wie von Haspelmath gegeben – und wenn auch letztlich “nur”, um eine solche Diskussion anzustoßen – absolut begrüßenswert.

5.2. Nachwirkungen? Was daraus wurde …
Im auf den beleuchteten Artikel in der Zeitschrift für Sprachwissenschaft (ZfSW) folgenden Jahr hat William Croft ein Buch veröffentlicht unter dem Titel “Explaining Language Change: An Evolutionary Approach”, in dem er Sprachwandelprozesse mithilfe der von Hull vorgelegten Generalisierung der Evolutionstheorie (Hull 1988) zu erklären versucht. Im Vorwort wird auch Martin Haspelmath (unter einigen anderen) Dank ausgesprochen – also hat dessen teils etwas übermotivierter “programmatischer Ansatz” im Endeffekt zumindest einen kleinen Teil dazu beigetragen, dass sich umfassend mit den aufgeworfenen Fragen beschäftigt worden ist. Wie viel Anteil Herrn Haspelmath davon nun tatsächlich zukommt, kann an dieser Stelle freilich nicht beurteilt werden. Vermutlich hat William Croft die Arbeit an besagtem Werk nicht erst nach der Diskussion in der ZfSW angefangen. Aber möglicherweise konnte die Diskussion dennoch ihren bescheidenen Teil zur Realisierung dieses umfassenden Erklärungsversuchs beitragen. Mit diesem Wissen kann man beruhigt darüber hinwegsehen, dass es bis heute (2012) nicht zu einer ausgearbeiteten Fassung von Haspelmaths “Theorie der diachronischen Adaptation” gekommen ist.

5.3. Einigung? Ein bescheidener Versuch der Synthese …
Im Folgenden wird sich für die abschließende Konklusion dieser Arbeit nun einiger Termini des Radikalen Konstruktivismus (als dessen Begründer Ernst von Glasersfeld gilt, der sich wiederum viel auf Jean Piaget bezieht) bedient, die zunächst kurz zu definieren sind. Diese sind viabel/Viabilität, Perturbation, assimilieren/Assimilation, sowie akkomodieren/Akkomodation.
„Handlungen, Begriffe und begriffliche Operationen sind dann viabel, wenn sie zu den Zwecken oder Beschreibungen passen, für die wir sie benutzen.” (Von Glaserfeld 1997: 43)
Assimilation wird von Piaget auf folgende Formel gebracht: “T + I –> AT + E”, wobei T die Struktur ist, auf die I (die zu integrierende Substanz oder Energie) auf eine solche Weise einwirkt, dass T gefestigt oder verstärkt wird. E ist die eliminierte Substanz oder Energie und A ist ein Koeffizient >1, der anzeigt, dass durch die Assimilation die Struktur T in einem bestimmten Maße gestärkt wird. (vgl. Piaget 2003: 53). Assimilation ist demnach ein bestehende Strukturen festigendes oder verstärkendes Ereignis. “Entsprechend [zur biologischen Terminologie] nennen wir im Verhaltensbereich jede Modifikation eines Assimilationsplans (oder einer Assimilationsstruktur), die durch die von ihr assimilierten Elemente hervorgerufen wird, Akkomodation.” (ibid.: 56) “[K]ognitive Adaptation [besteht], wie ihr biologisches Gegenstück, aus einem Gleichgewicht zwischen Assimilation und Akkomodation.” (ibidem) Perturbationen sind diejenigen Ereignisse, die eine Akkomodation erforderlich machen, um das Gleichgewicht wiederherzustellen; sie sind also Unerwartetes, das es zu assimilieren gilt, wozu aber aufgrund dieser “Unerwartet-heit” zunächst der Assimilierungsprozess angepasst, “akkomodiert” werden muss. Eine bisherige Viabilitätsklassifizierung, die einer Perturbation unterliegt, muss akkomodiert werden, um in Zukunft wieder zweckmäßig assimilieren zu können, um erneut zu einer gefestigten Viabilitätsklassifizierung zu werden.

Wenden wir diese Begriffe nun auf die essentiellen Ergebnisse der Diskussionen zum adaptiven Sprachwandel an, so könnte eine Erklärung desselben etwa wie folgt lauten: Mehrere mögliche Varianten eines sprachlichen Ausdrucks (bzw. allgemeiner: einer sprachlichen Erscheinung) werden (von einem Individuum) auf ihre Viabilität hin untersucht, indem sie im gesellschaftlichen Kontext angewandt werden (oder auch nur bei anderen Sprechern und der Wirkung auf die Hörer/auf sich selbst beobachtet werden) – bemerkt das Individuum dann, dass es beim Gebrauch einer Variante zu (sozialen) Perturbationen kommt, versucht es, seinen Sprachgebrauch anhand dieser neuen Erkenntnis zu akkomodieren, also seine Viabilitätsklassifizierung(en) anzupassen, um in Zukunft derartige soziale Perturbation (zum Beispiel “schief angekuckt” zu werden beim Gebrauch eines bestimmten Ausdrucks – aber eben auch einfach missverstanden zu werden) zu vermeiden. Umgekehrt könnte ein besonders positiver Effekt beim Hörer zu der bestehenden Viabilitätsklassifizierung assimiliert werden, diese also bekräftigen. Die entspricht also der (wenn auch unbewussten) Erfahrung des Individuums, dass die so eben genutzte sprachliche Form besonders empfehlenswert ist (unabhängig davon, ob die Form ganz bewusst gewählt worden ist, weil sie das Individuum als “richtig” kennengelernt hat, oder ob es die Form womöglich gerade erfunden hat, um etwas auszudrücken, für das ihm keine andere Möglichkeit zur Hand war – oder ob es gar nur ein Versprecher war, der überraschend positiv aufgenommen wurde) – nicht ganz unanalog einer appetitiven (sozialen) Verstärkung im Sinne der instrumentellen Konditionierung nach der behavioristischen Betrachtungsweise von Edward Lee Thorndike (erster Ansatz eingeführt 1898 in seiner Doktorarbeit, wo psychologische Gesetze an Tieren untersucht werden).
Auf die gesamte Gesellschaft(-sschicht) bezogen würde dann die Summe aller einzelnen Individuen, die sich gegenseitig in ihren jeweiligen als positiv zu bewertenden Viabilitätsklassifizierungen bestärken, zunehmend zu einer allgemein anerkannten Standardvariante der betrachteten sprachlichen
Struktur führen, deren Alternativen entsprechend immer mehr in Richtung “ungrammatisch”/”falsch” abfallen im Empfinden der Einzelnen.
Diese Betrachtungsweise führt dann im Weiteren zu einer “echten” Kohärenztheorie der (grammatischen) “Wahrheit”/Korrektheit – im Gegensatz zu einer allzu starr formalistischen Sichtweise, nach der es eine objektiv richtige Grammatik gibt (also prinzipielle eine klassische Korrespondenztheorie der “Wahrheit”/Grammatikalität). Stark vereinfacht formuliert: Chomsky-Anhänger gehen davon aus (man möchte fast sagen: “glauben daran”), dass die Grammatik ein “Machwerk der Natur” im Sinne einer idealen Entität ist – Funktionalisten “glauben daran”, dass die Grammatik aus reiner (der mehr oder weniger isolierten Sprachgemeinschaft immanenter) Konvention entstanden ist – der klassische Gegensatz von Realismus und Nominalismus im Universalienstreit.
Der konstruktivistische “Versöhnungsversuch” hingegen gesteht den Generativisten zu, dass dem Menschen ein Drang nach (effektiver) sozialer Interaktion (also vor allem Kommunikation) innewohnt – rein evolutionsbiologisch verstanden also womöglich ein bestimmtes Gen/eine bestimmte Gensequenz in der menschlichen DNA zu finden ist, das/die sich aufgrund ihres Überlebensvorteils für das Individuum im Rahmen der natürlichen Selektion durchgesetzt hat.
Den Funktionalisten kommt der Konstruktivismus freilich ein deutliches Stück weiter entgegen, indem es eine “echte” Universalgrammatik unwahrscheinlich macht, da diese nur bestehen könnte, wenn alle heute lebenden Menschen “von Anfang an” in sozialem Kontakt gestanden haben, wodurch sich in gewissem Maße die selben Viabilitätsklassifizierungen in allen Sprachen etablieren konnten. Die Kohärenztheorie der grammatischen Korrektheit der Funktionalisten entspricht somit vollständig dem konstruktivistischen Grundgedanken, dass sich grammatische Korrektheit (also soziale Viabilität) ausschließlich aus der Interaktion zwischen Sprechern ergibt – also immer aufgrund von (prinzipiell willkürlich gesetzten, nur durch anatomische/allgemein-kognitive Bedingungen beschränkte) Viabilitätsklassifizierungen ausgeht, die dann “in der Praxis” getestet werden und bei auftretenden Perturbationen akkomodiert werden.

6. Literaturverzeichnis
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Croft, William (2000): Explaining Language Change: An Evolutionary Approach. Pearson Education Limited. Harlow.
Dahl, Östen (1999): Does adaptation.really help us to explain language change?. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 209-211.
Dresher, B. Elan; Idsardi, William J. (1999): Prerequisites for a Theory of Diachronic Adaptation. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 212-215.
von Glasersfeld, Ernst (1997): Der Radikale Konstruktivismus. suhrkamp taschenbuch Wissenschaft. Frankfurt.
Haider, Hubert (1999): On the survival of the fittest grammar (theory). In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 216-218.
Hartmann, Nicolai (1964): Der Aufbau der realen Welt. Grundriss der allgemeinen Kategorienlehre. 3. Auflage, De Gruyter. Berlin.
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Hull, David L. (1988): Science as a Process: An Evolutionary Account of the Social and Conceptual Development of Science. University of Chicago Press. Chicago.
Itkonen, Esa (1999): Functionalism yes, biologism no. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 219-221.
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Minkova, Donka (1999): Proximate mechanisms vs. causal explanations. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 226-229.
Müller, Gereon (1999): On Common-Sense Justifications of Optimality-Theoretic Constraints. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 230-234.
Newmeyer, Frederick J. (1999): Adaptation, optimality and functional explanation: Two serious problems. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 235-237.
Piaget, Jean (2003): Meine Theorie der geistigen Entwicklung. (Hg: Reinhard Falke). Beltz Verlag. Weinheim/Basel.
Traugott, Elizabeth Closs (1999): From a diachronic perspective. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 238-241.
Wurzel, Wolfgang Ullrich (1999): Principles of Evaluation, Change and Related Issues. In Zeitschrift für Sprachwissenschaft 18.2: 242-250.

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