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IX. Spielwiese / Erwachen 3

2. September 2011

Wieder erwache ich aus dem, was mir wie ein unendlicher Alptraum erscheint.
Ich liege normal im Bett, vom Sturm auf dem Meer ist nichts mehr zu spüren.
Die Matratze scheint sich nie bewegt zu haben,
Mein Körper scheint nie tot, nie betäubt gewesen.
Alles ist gut.
Ich stehe auf und gehe raus auf die Wiese.
Der Gang durchs Gemäuer, der Weg um den See,
Bleiben mir erspart – übersprungen im Wahn.
Es ist dunkel, aber die Nacht lebt.
Wie eine grausige Feier eines satanischen Ordens
Wirkt das Besäufnis der Massen an Puppen.
Hunderte Studenten verschiedenster Künste,
Hunderte Seelen von Stoffen getrieben.
Elendes Grölen, bedröhntes Gelächter,
Hektik, Bedrohung, Verwestheit und Stille
Beherrschen gemeinsam den Ort des Vergnügens.
Ich treffe einen Boten des Bösen,
Auf dem Angesicht einen Ausdruck der Apathie.
Ich frage verzweifelt nach Balsam für mein Bewusstsein.
Doch bieten kann er mir nur Kräuter der Hektik,
Tränke der Wollust und Pulver des Größenwahns.
Ich danke verneinend und flüchte.
Die verruchte Versuchung verfolgt mich und ich renne.
Sein Griff schraubt sich um meinen Arm
Und ich erstarre vor Kälte zu Stein.
Zum Glück findet die Sucht hier bald leichtere Opfer
Und lässt mich ziehen,
Mit meinen eigenen Sorgen.
Ich komme davon in dumpfer Paranoia.
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